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IBM-Mikroprozessor mit kleinem Stromhunger

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Als ersten Vertreter einer neuen, besonders Strom sparenden Baureihe von PowerPC-Prozessoren für mobile, tragbare Geräte stellt IBM den PowerPC 405LP vor.

Den sparsamen Umgang mit Energie erzielte das von IBM eigens für solche Prozessoren gegründete Low-Power Computing Research Center in Austin durch eine Kombination verschiedener Maßnahmen. Einerseits nutzt man bei der Herstellung der Chips Techniken wie Silicon-on-Insulator (SoI), Kupfermetallisierung, Low-K-Dielektrika und überhaupt besonders kleine Strukturen. Doch auch die Schaltung des Prozessors selbst trägt dazu bei, dass er seine Aufgaben mit möglichst geringer Energieaufnahme erledigt. So kann er nicht benutzte Schaltungsbereiche abschalten und beherrscht eine Vielzahl an Standby-Modi. Außerdem unterstützen spezielle Hardwarefunktionen Aufgaben wie Spracherkennung und Verschlüsselung, was den eigentlichen Rechenkern von dieser Arbeit entlastet.

Weitere Details der neuen, mit den PowerPC-Embedded-Controllern eng verwandten Chips will IBM auf dem nächste Woche in San Jose stattfindenden Microprocessor Forum veröffentlichen. Das Unternehmen schätzt, dass die neuen Stromspar-Prozessoren bald nur noch ein Zehntel der Energie aktueller Bausteine aufnehmen.

IBM steht mit dem genügsamen PowerPC allerdings nicht alleine dar: Eine ganze Reihe von Herstellern kämpft um den als zukunftsträchtig eingeschätzten Markt mobiler Geräte. Intel stellte schon Anfang des Jahres den XScale vor, bei dem man softwareseitig sogar mit IBM kooperiert. Mit dem XScale und Intels StrongARM-Baureihe konkurriert das kleine Unternehmen Alchemy Semiconductor. Speziell die ARM-Prozessorkerne sind weit verbreitet und kommen in hochintegrierten Spezialchips vieler Hersteller zum Einsatz. Bekannt sind auch die von Hitachi und STMicroelectronics gemeinsam vermarkteten SuperH-Cores.

Auch x86-kompatible Prozessoren zwiebeln einige Hersteller auf besonders geringe Leistungsaufnahme, zu nennen wären hier der Mach-Z von ZF Linux, National Semiconductors Geode, der iDragon von Rise und Transmetas Crusoe.

Speziell für Handys entwickeln viele Hersteller Kombinationen aus CPU und DSP, dabei haben sich schon einige Allianzen gebildet. Texas Instruments werkelt an OMAP, Intel und Analog Devices an PCA. Auch für die Unterhaltungselektronik sind derartige Kombis interessant: Beispielsweise die Verschmelzung von Geode und Philips' Trimedia zu Geolink. Microsofts Tochterfirma WebTV hat sogar einen eigenen Mikroprozessor für die Settop-Box Ultimate TV entwickelt. (ciw)