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IBM: "So war das nicht gemeint"

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In der Auseinandersetzung mit TurboHercules SAS, Vermarkter des als Open Source entwickelten Mainframe-Emulators Hercules, beharrt IBM auf seiner Position. Man habe 2005 versprochen, die eigenen Patente nicht gegen "qualifizierte Open-Source-Entwickler und -Unternehmen" einzusetzen, erklärte das Unternehmen gegenüber eWeek. Damit reagierte Big Blue auf den Vorwurf, TurboHercules und damit das Hercules-Projekt mit Patenten zu bedrohen, die das Unternehmen 2005 ausdrücklich zur Nutzung durch Open-Source-Projekte und -Unternehmen freigegeben hatte.

In dem Dokument von 2005 ist allerdings nicht von "qualifizierten Open-Source-Projekten" die Rede; hier nennt IBM lediglich die lizenzrechtlichen Voraussetzungen, wann eine Software als Open Source anerkannt wird – und die erfüllt der Hercules-Emulator, der unter der OSI-zertifzierten QPL steht. Allerdings behält sich IBM ausdrücklich das Recht vor, die Zusage zurückzuziehen, wenn ein Unternehmen einen Prozess wegen Patenten oder sonstiger Fragen des geistigen Eigentums gegen Open-Source-Software anstrengt. TurboHercules hatte vor kurzem bei der EU-Kommission eine Beschwerde gegen IBM wegen wettbewerbsfeindlichem Verhalten eingereicht.

Roger Bowler, Mitgründer von Hercules-Projekt und TurboHercules SAS, hat unterdessen seine Position weiter erläutert. Wie er schreibt, wisse IBM seit vielen Jahren von der Existenz des Hercules-Emulators, der ausschließlich auf der Grundlage der von IBM publizierten Dokumentation entwickelt worden sei. Big Blue habe sogar zeitweise in seiner eigenen Dokumentation den Gebrauch des Mainframe-Emulators beschrieben. Das Kapitel sei allerdings entfernt worden, nachdem IBM seinen eigenen Mainframe-Emulator System z Personal Development Tool (zPDT) entwickelt habe (die zPDT-Seite ist nur noch nach Registrierung als IBM-Partner zugänglich, im Google-Cache findet sich noch eine Version).

Siehe dazu auch:

(odi)