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IBM: Starthilfe für Chip-Entwickler

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IBM will im Rahmen seiner Multi Project Wafer-Initiative weltweit Universitäten und junge Unternehmen bei der Entwicklung moderner Silizium-Germanium-(SiGe)-Chips unterstützen. Kleinere, aber dennoch Erfolg versprechende Kunden sollen so leistungsfähige SiGe-Chips zu niedrigeren Kosten entwickeln und Prototypen fertigen können und damit zu dauerhaften IBM-Kunden werden.

Nach der IBM-Mitteilung schafften es derzeit viele Chip-Entwicklungen nicht über das Labor-Stadium hinaus, weil sich die Produktion geringer Mengen Chips wirtschaftlich nicht lohne. IBM wolle daher der Hersteller-unabhängigen Organisation zur kostengünstigen Entwicklung von Prototypen (MOSIS) Dienstleistungen zur SiGe-Chip-Herstellung bereitstellen. MOSIS ist eine Schnittstelle für Unternehmen und Universitäten zur Teilung der Kosten für die Entwicklung und Produktion von Mikrochips.

Im Rahmen der IBM-Initiative sollen sich die Kunden die Entwicklungs- und Herstellungskosten der Chipherstellung dort teilen, wo einzelne Chips meist als frühe Prototypen vorgelegt werden, um dann zusammen auf einem einzigen Wafer konsolidiert und hergestellt zu werden. MOSIS soll hierzu direkt mit den Kunden Verträge schließen, um verschiedene Chipdesigns auf einer einzigen Produktionsvorlage zu integrieren und für die Prototyp-Produktion in der IBM-Chipfabrik in Burlington, USA, anzupassen.

IBM habe die Initiative ins Leben gerufen, erklärte der Konzern, um talentierte Chip-Entwickler von ihrer neuesten Chip-Technologie profitieren zu lassen, denn normalerweise habe diese Zielgruppe nicht die Gelegenheit, mit großen Chipherstellern zusammenzuarbeiten. Indem IBM die Technologie für die Entwicklung von Prototypen bereitstellt, beabsichtigt Big Blue seinerseits, sich einen soliden Kundenstamm mit Erfahrung in Sachen SiGe-Technologie zu schaffen.

Um neuen Nutzern der SiGe-Initiative Starthilfe zu geben, will IBM zudem mit Cadence Design Systems kooperieren und günstige Entwicklungs-Services und Design-Software-Pakete zur Vereinfachung des Entwicklungsprozesses anbieten. Außerdem sollen die Kunden bei der Installation von Entwicklungskomponenten unterstützt werden. Cadence will seinerseits komplette Lösungen inklusive Training, Tools und Services anbieten. Durch die gemeinsame Anstrengung mit IBM würden viele Entwicklungen ermöglicht, die zuvor undenkbar gewesen wären, erklärten die Unternehmen. (klp)