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IBM baut WebSphere zur Plattform für E-Commerce aus

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WebSphere, der Server von IBM für Web-Anwendungen, hatte vor einiger Zeit einmal ganz klein als Servlet Express angefangen, das kostenlos über alphaWorks, die Web-Seite von IBM für "emerging 'alpha-code' technologies", zu bekommen war. Aus WebSphere soll nun eine Marke werden, die eine Plattform für die komplette Entwicklung von E-Commerce-Anwendungen beschreibt, kündigte IBM heute gleichzeitig in New York, Paris und Lindau am Bodensee an.

Die WebSphere-Software-Plattform gründet auf dem Application Framework for E-Business und gliedert sich in drei Ebenen: WebSphere Foundation, WebSphere Foundation Extensions und WebSphere Application Accelerator.

Die Foundation basiert auf dem Application Server 3.5 sowie auf der Messaging-Software MQSeries. Die Foundation Extensions enthalten unter anderem einen Portal-Server, den Edge-Server, einen Site-Analyzer, WebSphere Studio, VisualAge for Java, VisualAge Generator und den WebSphere Host Publisher. Der Edge-Server ist eine Art Caching Proxy, das über die dynamischen Inhalte einer Web-Site Bescheid weiß und sie in Verbindung mit einem Transcoding-Server für verschiedene Ausgabegeräte wie PDA, Handy oder PC-Webbrowser aufbereiten kann. Generator ist ein von Versata eingekauftes OEM-Produkt, eine Art 4GL (Fourth Generation Language), die auf Grund von Business-Rules JavaBeans und Enterprise JavaBeans für WebSphere generiert. Mit Application Accelerators schließlich bezeichnet IBM Anwendungen, die auf Basis von WebSphere und in Zusammenarbeit mit dieser Plattform arbeiten können. Dazu gehören etwa Lotus Domino, die WebSphere Commerce Suite und der WebSphere B2B Integrator, der bereits im März dieses Jahres vorgestellt wurde.

Der Großteil dieser Komponenten wird am 31. August zur Verfügung stehen. Alle eingesetzten Techniken beruhen laut IBM auf veröffentlichten Standards des W3C und der IETF. "Das Entscheidende an WebSphere: Es ist eine Plattform, die aus Bestandteilen besteht, die sich gegenseitig unterstützen, und auf der Anwendungen nach gemeinsamen Prinzipien entwickelt werden. Selbst wenn einem die Funktionen der Einzelteile nicht vom Hocker reißen mögen, besteht ihr Nutzen in ihrem Zusammenwirken auf einer gemeinsamen Plattform", erklärte Daniel Sabbah, IBMs Vice President Technology & Development und weltweit verantwortlich für die WebSphere-Entwicklung.

Geht es nach den Marktforschern der Giga Information Group, liegt IBM mit diesem Vorgehen genau richtig. Die Giga-Analysten bezifferten das Marktvolumen für Web-Application-Server im Jahr 1999 auf 585 Millionen US-Dollar, für 2000 erwarten sie nahezu eine Verdreifachung auf 1,6 Milliarden US-Dollar und bis 2003 sollen die Umsätze auf 9 Milliarden US-Dollar steigen. Giga geht davon aus, dass IBM bis Ende 2000 seinen Marktanteil in diesem Bereich von 16 auf 24 Prozent steigern wird. Kein Wunder, dass IBM dieses Jahr eine Milliarde US-Dollar in diesen Markt investieren will – in den folgenden Jahren möchte der Konzern diese Investitionen mit zweistelligen Zuwachsraten weiterführen. Zudem will Big Blue weltweit mehr als 1.000 WebSphere-Spezialisten einstellen und 150 Millionen US-Dollar für Anzeigen sowie 85 Millionen US-Dollar für andere Marketing-Maßnahmen ausgeben. (Volker Weber) / (jk)

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