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IBM beansprucht Führungsposition bei Mobil-Entwicklung

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Kernstücke der von IBM vorgestellten Entwicklungsumgebung Mobile Foundation sind die Werkzeuge der im Januar gekauften israelischen Firma Worklight und neue Services zur Anbindung von Apps an Rechenzentrumssysteme. Mobile Foundation setzt auf HTML5 und CSS3 und ist in IBMs Applikations-Server Websphere integriert. Mit den Worklight-Tools lassen sich Programme erstellen, die mit dem gleichen Code auf unterschiedlichen Mobilplattformen laufen, darunter Android, Blackberry OS, iOS und Windows Phone. Entwickler programmieren wahlweise in HTML5 oder nativem Code und nutzen Geräte-spezifische APIs für hybride Apps für die verschiedenen Plattformen. Von Worklight entwickelte Frameworks und Tools sollen die Portabilität des Quellcodes garantieren.

IBM stellt in seinem Entwicklerforum DeveloperWorks Trainings- und Support-Material zur Entwicklung unternehmenstauglicher Anwendungen bereit. Mit Hilfe von Websphere Cast Iron ermöglicht Big Blue die Anbindung der Apps an Cloud-basierte Infrastruktur und Back-End-Systeme. Außerdem wurde die Systemmanagement-Konsole Endpoint Manager zur Verwaltung mobiler Geräte erweitert. Falls nötig kann man damit Daten oder Programme von Smartphones oder Tablets per Fernzugriff löschen.

Marie Wieck, IBMs General Manager für Application and Middleware, bei der Vorstellung der Mobile Foundation auf der Impact Conference in Las Vegas.

Je deutlicher der Trend zu mobilen Anwendungen auf Unternehmensanwendungen überschwappt, desto größer die geschäftlichen Erwartungen bei IBM. Insgesamt sollen IBM-Kunden bisher rund 5 Billionen Dollar in Anwendungen für IBM-Systeme investiert haben. Ein großer Teil davon werde in den nächsten Jahren für den Mobilzugriff umgeschrieben oder angepasst, ergab eine IBM-interne Studie, für die über 700 IT-Verantwortliche befragt wurden. Bereits jetzt bringen rund eine Milliarde portabler Geräte einen Anwendungsmarkt von 22 Milliarden Dollar ein, erläuterte Marie Wieck, IBMs General Manager für Anwendungen und Middleware. Schon in den den nächsten drei Jahren sollen es 30 Milliarden Geräte sein – Wieck rechnet im Jahr 2015 mit einem Potenzial von 36 Milliarden Dollar. Fast drei Viertel der Befragten IT-Manager versprechen sich von stärker vernetzten und besser erreichbaren Mitarbeitern Produktivitätsgewinne von mindestens 20 Prozent.

Beim Reifen- und Autoteilehändler TBC war die Entscheidung für Worklight schon gefallen, bevor IBM die israelische Firma übernahm. Die zentrale Entwicklung auf HTML-Basis gab dafür den Ausschlag. Der US-weite Groß- und Einzelhändler bietet Apps zur Planung und Terminierung von Reparaturen und Werkstattleistungen an. Mit unterschiedlichen Anwendungsvarianten für jede einzelne Mobilplattform wären Wartung und Weiterentwicklung nicht möglich gewesen, sagte TBC-Manager John Capriotti. (dwi)