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IBM bringt Lotus Notes auf Linux

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Den Domino Server gibt es schon seit vielen Jahren auf Linux. IBM wurde aber seit langem mit Kundenanfragen nach dem Notes-Client für Linux eingedeckt. Nun soll es soweit sein: Am 24. Juli will IBM auch den Notes Client 7.0.1 auf Linux bringen, zunächst für RedHat Enterprise Linux 4, dann für den Novell Linux Desktop.

Technisch unterscheidet sich der Linux-Client für die Messaging- und Workgroup-Plattform Notes/Domino erheblich von der Windows-Version. Als Basis dient die Eclipse Client Platform, die IBM ursprünglich für den Workplace Managed Client nutzen wollte. In dieses Framework lädt IBM nun ein Notes-Plugin, das die Benutzeroberfläche neu in SWT implementiert. Im Hintergrund läuft jedoch der gleiche Notes-Code, sodass alle bestehenden Notes-Anwendungen unverändert in dieser Umgebung laufen.

Das Überraschende dieser Ankündigung ist, dass der Linux-Client ohne den Workplace-Server auskommt. Ursprünglich wollte IBM alle Eclipse-Clients mit Hilfe eines Portalservers versorgen. Der Anwender sollte sich am Portal anmelden, ein leeres Framework installieren und dann durch Profile gesteuert automatisch alle notwendigen Komponenten vom Server installiert bekommen. Diese Infrastruktur ist jedoch für viele Kunden zu aufwendig.

IBM hat sich deshalb entschlossen, die Versorgung der Clients abzuspecken. Mit Notes 8, das derzeit noch unter dem Codenamen "Hannover" für Windows, Mac und Linux entwickelt wird, dienen zwei Notes-Datenbanken auf dem Domino-Server zur Provisionierung der Clients. Auch Sametime 7.5, das für das Ende des dritten Quartals erwartet wird, basiert auf Eclipse, verzichtet aber auf einen Workplace Server.

Mit dem Linux-Client legt IBM einen unerwarteten Zwischenschritt ein: IBM verzichtet vollständig auf die Provisionierung und bringt einen "unmanaged" Client heraus, der ohne die einjährige Wartezeit auf Hannover einen Notes-Client auf Linux bereitstellt.

Das wurde auch langsam Zeit, dürften nicht nur viele IBM/Lotus-Kunden denken: Notes-Verkaufsleiter Ed Brill erinnert sich, dass er bereits 2001 bei seinem ersten Besuch einer DNUG-Konferenz eindringlich danach gefragt wurde. Wir hatten erstmals Anfang 2005 spekuliert, dass IBM den Notes-Client auf Linux auch ohne einen Workplace Server anbieten werde. Das ist nun eingetreten. Der Domino-Administrator wird dabei unter Linux nicht unbedingt vermisst, da die Web-Administration mittlerweile in Firefox ohne Einschränkungen funktioniert. Nun gilt es nur noch, die Anwendungsentwicklung von Windows zu lösen. (vowe)

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