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IBM erneuert Lotus Notes und verwandte Produkte

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IBM hält Wort und startet noch innerhalb des dritten Quartals mit der Version 7 von Lotus Notes und Domino. Business-Partner können die neue Software auf der Partnerworld-Webseite herunterladen. Kunden mit Passport-Kontrakt finden die Software auf dem PassportAdvantage-Server. In einer Update-Welle werden auch alle auf Domino aufbauenden Produkte aktualisiert: Das betrifft Quickplace, Sametime, Lotus Enterprise Integrator, Domino Document Manager und Lotus Workflow.

Seit Version 4.5 heißt der Notes-Server Domino -- das ist eine künstliche Marketing-Trennung, denn technisch wurden der Notes-Client und der Domino-Server stets gleichzeitig erneuert. Mit der Version 7 hat sich IBM nun vor allem auf den Server konzentriert. Als wichtigstes Entwicklungsziel wurde die Kosteneinsparung definiert. Die Server der neuen Version laufen auf gleicher Hardware schneller und unterstützen eine größere Anzahl von Benutzern. Die Verbesserungen sind dabei abhängig von der Plattform. Die größten Fortschritte zeigen sich laut IBM bei der Linux-Version; das ist auch kein Wunder, weil es sich dabei um die jüngste und damit bisher am wenigsten optimierte Version handelt.

Die Administration des Servers wurde vollständig überarbeitet. Das neue Domino Domain Monitoring stützt sich auf zahlreiche eingebaute Probes, und hilft bei der Fehlerbehebung mit konkreten Empfehlungen, mit denen die eigentliche Ursache eines Problems abgestellt werden können. Die browsergestützte Administrationsumgebung läuft nun vollständig auf Internet Explorer und Mozilla respektive Firefox.

Bei der größten technischen Erweiterung der Plattform macht IBM einen Teilrückzieher. Domino 7 kann seine Daten erstmals wahlweise in der relationalen Datenbank DB2 ablegen. Für den Anwender ist diese Datenspeicherung nicht zu erkennen. Er sieht nach wie vor die bekannten NSF-Dateien und kann diese auch lokal replizieren. Auf der Serverseite legt der Administrator dagegen fest, dass die Daten in DB2 abgelegt werden. In den letzten sechs Monaten reifte bei IBM zunehmend die Erkenntnis, dass diese neue Datenhaltung nicht ausreichend getestet ist. Sie sei zwar fertig entwickelt und qualitätsgesichert, aber während des Beta-Programms kaum genutzt worden. IBM hat sich deshalb entschlossen, die NSFDB2-Unterstützung nicht direkt auszuliefern, sondern über zwei Supportprogramme zugänglich zu machen. Bestehende DB2-Kunden können für ein sogenanntes Limited Availability Program nominiert werden. Für alle anderen Kunden gibt es ein sogenanntes Feature Trial, bei dem IBM keine Unterstützung leistet und das deshalb keinesfalls produktiv eingesetzt werden sollte. Mit anderen Worten: Bitte testen, wir wissen noch nicht, ob es wirklich funktioniert.

Die Änderungen am Notes-Client sind eher subtil. Wer Notes 6.5 kennt, wird auf Anhieb nicht viel Neues entdecken. Die Mailschablone wurde verbessert, so zeigt Notes nun innerhalb einer Nachricht auch den Diskussionsthread an; der View-Index wird jetzt im Hintergrund neu berechnet. Damit entfallen viele Wartezeiten, die bisher auftraten, wenn man erstmals einen View öffnete. Ab der Version 7 soll Domino Web Access (iNotes) bevorzugt X.509- Zertifikate für Verschlüsselung und elektronische Signaturen benutzen. Die Notes-eigene PKI wird immer dann verwendet, wenn kein öffentlicher X.509-Schlüssel des Empfängers gefunden wird. Mit der Bevorzugung von S/MIME kann Lotus nun auch im Webmail-Interface verschlüsselte Dokumente mit anderen Mailclients austauschen.

Mit Version 7 macht IBM eine Rolle rückwärts bei der Benennung von Sametime und Quickplace. Zwischenzeitlich hatte Lotus versucht, für die Konferenz- und Instant-Messaging-Software Sametime den sperrigen Namen IBM Lotus Instant Messaging and Web Conferencing einzuführen; Die Teamwork-Lösung Quickplace sollte fürderhin IBM Lotus Team Workplace heißen. Die Kundschaft machte nicht mit und selbst das IBM Management verwendete bei Vorträgen lieber die alten Bezeichnungen. Nun hat das Marketing sich der Realität angepasst; Sametime und Quickplace dürfen wieder so heißen, wie sie ohnehin genannt werden.

Quickplace erhält nun eine neue Navigationsstruktur mit der vom Windows-Explorer bekannten Ordneransicht. In Version 7 unterstützt IBM nun endlich andere Browser als Internet Explorer. Neben Firefox auf allen Plattformen kann man überraschenderweise sogar Apples Safari benutzen. Dazu nennt IBM noch einige Verbesserungen bei der Offline-Nutzung, etwa eine Passwort-Synchronisation zwischen Online- und Offline-Passwort, sowie die Möglichkeit, die lokalen Datenbanken zu verschlüsseln.

Auch Sametime arbeitet nun auf zusätzlichen Client-Plattformen. So wird der Java Connect Client nun auch auf dem Mac unterstützt und das bereits erwähnte Domino Web Access enthält ebenfalls direkten Chatsupport. Bisher gab es diese Funktion nur im Notes Client 6.5 eingebettet. Kleine Unternehmen werden sich freuen, dass man Quickplace und Sametime nun auf einem gemeinsamen Domino-Server betreiben kann. Bislang benötigte man für jedes Produkt eine eigene Instanz. Sametime hat außerdem ein offenes Service-Provider-Interface bekommen, mittels dessen sich Telefonanlagen oder VoIP-Lösungen direkt in Instant Messaging und Web Conferencing einklinken können. Kürzlich hatte IBM bereits eine solche Kooperation mit Avaya angekündigt.

Notes 7 gibt es zunächst nur für Windows. In einer zukünftigen 7.0.x-Version soll ein vollwertiger Mac-Client geliefert werden. Linux-Anwender werden auf den Eclipse-Client, den IBM unter dem Projektnamen Hannover vorgestellt hat, vertröstet. Domino gibt es wie gewohnt für eine Vielzahl von Serverbetriebssystemen: AIX 5.2 und 5.3, i5/OS V5R3(AS/400), Suse Linux Enterprise Server 8 und 9 (x86), Solaris 9 (Sparc) und Windows 2000/2003. Auch Suse Linux on zSeries Enterprise Server wird von Anfang an unterstützt. Quickplace und Sametime gibt es weiterhin nicht unter Linux.

IBM wird Notes und Domino 7 in Deutschland erstmals am 6. Oktober in Frankfurt präsentieren. Die Teilnahme an dieser Veranstaltung ist kostenlos. Darüber hinaus gibt es eine große Anzahl regionaler Veranstaltungen bei Business Partnern. (vowe)

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