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IBM fängt Hardwareschwund mit Einsparungen auf

IBM konzentriert sich auf Cloud-Computing und andere aktuelle Trends. So versucht das Unternehmen, seine Abwärtsspirale zu durchbrechen. Noch gelingt das nur teilweise.

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IBM machen die technischen Umbrüche der Branche weiterhin zu schaffen. Im zweiten Quartal fielen vor allem die Verkäufe von Hochleistungsrechnern erneut. Dagegen wuchs das Geschäft mit Cloud-Diensten kräftig. Konzernweit schrumpfte der Umsatz im Jahresvergleich laut Mitteilung um zwei Prozent auf 24,4 Milliarden Dollar (18,0 Milliarden Euro).

Die vergangenen fünf Quartale im Vergleich.

Dank Einsparungen gelang es dem Management jedoch, den Gewinn gleichzeitig um 28 Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar in die Höhe zu schrauben. "Wir haben im zweiten Quartal weitere Fortschritte bei unserem Wandel gemacht", sagte Konzernchefin Ginni Rometty.

Sie sieht die Zukunft von IBM in den Feldern Cloud-Computing, Sicherheit, Datenverarbeitung und mobile Dienste. Dazu ist Rometty gerade erst eine Allianz mit Apple eingegangen. Die Partner wollen Apples iPads und iPhones stärker in der Unternehmenswelt verankern. IBM hilft beim Vertrieb und entwickelt spezielle Büro-Apps. Bislang sind Unternehmen ein Bollwerk von Microsoft.

Zugleich will IBM auf Dauer eine Spitzenposition im Geschäft mit der Auswertung großer Datenmengen (Big Data) einnehmen. Rometty verspricht Investoren, dass die seit rund zwei Jahren andauernden Umsatzrückgänge gestoppt werden, wenn die neue Strategie voll greift. Vor IBM liegt allerdings noch ein weiter Weg. So käme das Geschäft mit Cloud-Diensten aktuell hochgerechnet auf einen jährlichen Umsatz von 2,8 Milliarden Dollar. Das wäre nahezu eine Verdoppelung im Jahresvergleich – aber nur ein kleiner Teil der Gesamterlöse von über 100 Milliarden Dollar.

Den Hardware-Zweig hat Rometti dagegen kräftig gestutzt. Die Standard-Server, die mit der x86-Technik herkömmlicher PC-Prozessoren laufen, gehen für 2,3 Milliarden Dollar an den chinesischen Computerhersteller Lenovo. Dieser hatte bereits 2005 die PC-Sparte von IBM übernommen und ist inzwischen zur weltweiten Nummer eins in dem Markt aufgestiegen. Das Geschäft mit leistungsstärkeren Servern will IBM selbst weiterführen.

Zuletzt gab es Spekulationen, IBM könne auch seine Chipfabriken verkaufen und damit einen der traditionsreichsten Zweige. In die Entwicklung neuartiger Chips steckt das Management jedoch in den nächsten fünf Jahren 3 Milliarden Dollar.

Umsatz- und Gewinnentwicklung bei IBM
in US-Dollar
Quartal Umsatz Nettogewinn/-verlust
1/00 19.350 Mio. 1.520 Mio.
2/00 21.700 Mio. 1.900 Mio.
3/00 21.800 Mio. 2.000 Mio.
4/00 25.600 Mio. 2.700 Mio.
1/01 21.040 Mio. 1.750 Mio.
2/01 21.600 Mio. 2.000 Mio.
3/01 20.400 Mio. 1.600 Mio.
4/01 22.800 Mio. 2.330 Mio.
1/02 18.500 Mio. 1.190 Mio.
2/02 19.600 Mio. 56 Mio.
3/02 19.800 Mio. 1.300 Mio.
4/02 23.670 Mio. 1.020 Mio.
1/03 20.065 Mio. 1.384 Mio.
2/03 21.631 Mio. 1.705 Mio.
3/03 21.522 Mio. 1.785 Mio.
4/03 25.913 Mio. 2.709 Mio.
1/04 22.250 Mio. 1.363 Mio.
2/04 23.200 Mio. 2.000 Mio.
3/04 23.429 Mio. 1.800 Mio.
4/04 27.671 Mio. 3.040 Mio.
1/05 22.908 Mio. 1.402 Mio.
2/05 22.270 Mio. 1.829 Mio.
3/05 21.500 Mio. 1.500 Mio.
4/05 24.427 Mio. 3.187 Mio.
1/06 20.700 Mio. 1.710 Mio.
2/06 21.890 Mio. 2.022 Mio.
3/06 22.617 Mio. 2.222 Mio.
4/06 26.257 Mio. 3.541 Mio.
1/07 22.029 Mio. 1.844 Mio.
2/07 23.772 Mio. 2.260 Mio.
3/07 24.119 Mio. 2.361 Mio.
4/07 28.866 Mio. 3.952 Mio.
1/08 24.502 Mio. 2.319 Mio.
2/08 26.820 Mio. 2.765 Mio.
3/08 25.300 Mio. 2.800 Mio.
4/08 27.006 Mio. 4.427 Mio.
1/09 21.711 Mio. 2.295 Mio.
2/09 23.250 Mio. 3.103 Mio.
3/09
23.566 Mio. 3.214 Mio.
4/09 27.230 Mio. 4.813 Mio.
1/10
22.857 Mio.
2.601 Mio.
2/10
23.724 Mio.
3.386 Mio.
3/10
24.271 Mio.
3.589 Mio.
4/10
29.019 Mio.
5.257 Mio.
1/11 24.609 Mio. 2.863 Mio.
2/11
26.666 Mio.
3.664 Mio.
3/11
26.157 Mio.
3.839 Mio.
4/11
29.486 Mio. 5.597 Mio.
1/12
24.673 Mio.
3.066 Mio.
2/12 25.783 Mio. 3.881 Mio.
3/12 24.747 Mio. 3.824 Mio.
4/12 29.304 Mio. 5.833 Mio.
1/13
23.408 Mio. 3.032 Mio.
2/13 24.924 Mio. 3.226 Mio.
3/13 23.720 Mio. 4.041 Mio.
4/13 27.699 Mio. 6.185 Mio.
1/14 22.484 Mio. 2.384 Mio.
2/14 24.364 Mio. 4.137 Mio.

(dpa) / (anw)

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