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IBM kauft WebDialogs und erweitert Sametime-Familie

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WebDialogs bietet eine Online-Meeting-Software an, die zukünftig unter dem Namen Lotus Sametime Unyte als Service angeboten werden soll. Mit der Version 8.0 differenziert IBM Sametime zudem in vier verschiedene Versionen.

Unyte hat keine gemeinsamen technischen Wurzeln mit IBMs Instant-Messaging- und Online-Meeting-Software Sametime. Es wurde vielmehr vom 1998 gegründeten Unternehmen WebDialogs entwickelt und vor allem über Telefonkonferenz-Anbieter als Service vertrieben. Derweil versuchte IBM mehrere Jahre vergeblich, Sametime als Dienstleistung "on demand" anzubieten. Während Sametime bei IBM-Großkunden erfolgreich als unternehmensinterne Lösung platziert wurde, spielte es bei Meetings über Unternehmensgrenzen hinweg kaum eine Rolle. Der Markt wird beherrscht von Anbietern wie WebEx oder Raindance, nun Bestandteil von InterCall. Mit Unyte will IBM diese Lücke im eigenen Portfolio schließen.

Zugleich kündigt IBM an, Sametime ab der Version 8 in vier verschiedenen Editionen anzubieten:

  • Sametime Entry 8.0 entspricht im Leistungsumfang etwa dem, was bei Lotus Notes 8.0 mitlizenziert wird: sichere, verschlüsselte Chats mit Rich Text, Emoticons, Rechtschreibkorrektur und Historie, eingebunden in ein unternehmensinternes Directory für die Authentisierung. Das Produkt soll vor allem an Kunden vertrieben werden, die Notes nicht einsetzen.
  • Sametime Standard 8.0 ist der direkte Nachfolger des aktuell als Version 7.5.1 angebotenen Sametime und wird einen vergleichbaren Funktionsumfang haben.
  • Sametime Advanced 8.0 erweitert den Standard-Umfang um Dienste, die nicht mehr über einen Domino-Server, sondern über eine WebSphere-Infrastruktur erbracht werden. Neben neuem Server müssen Sametime-Kunden deshalb auch zusätzliche Lizenzen erwerben. Im Funktionsumfang von Sametime Advanced sind zum Beispiel persistente Gruppen-Chats, ein Plugin für Screen Sharing sowie eine automatische Lokalisierung der Gesprächspartner enthalten.
  • Sametime Unified Telephony schließlich soll die zur Lotusphere verkündete Unified-Messaging-Strategie UC² mit Leben erfüllen. Das Produkt soll eine Vielzahl von Telefonie-Funktioneren erhalten, etwa ein automatisches Routen von Telefongesprächen je nach Präsenzstatus und Kalendereinträgen, ein integriertes Softphone sowie die Signalisierung eingehender Telefongespräche auf dem Bildschirm.

Man darf gespannt sein, wie es IBM gelingt, Unyte in das bisherige Sametime-Portfolio zu integrieren und eine Brücke von Sametime-Connect zum diesem Service zu schlagen. Zugleich hat IBM nun mehrere APIs zur Erweiterung der Web-Conferencing-Server unter einen Hut zu bringen. (vowe)

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