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IBM nimmt Sun genauer unter die Lupe

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Das erwartete Übernahmeangebot von IBM für den Konkurrenten Sun Microsystems verzögert sich. IBM prüfe derzeit die Bücher, berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf mehrere mit der Situation vertraute Personen. Es sei derzeit nicht abzuschätzen, wie lange die Sichtung der Verträge und sonstigen Dokumente ("due-diligence"-Prüfung) durch die beauftragten Anwälte dauere, hieß es weiter. Zweifel daran, dass das Übernahmeangebot kommt, gebe es aber keine.

Am vergangenen Mittwoch hatte die Zeitung zum ersten Mal über den anstehenden Zukauf berichtet. Die Unternehmen selbst halten sich dazu bedeckt. Der Preis für Sun soll zwischen 6,5 und 8,0 Milliarden Dollar liegen. Das wäre mehr als das Doppelte des Börsenwerts vor Bekanntwerden der IBM-Ambitionen. Danach schoss die Sun-Aktie kräftig in die Höhe.

Die Buchprüfung sei ein normales Vorgehen von IBM, hieß es. Sun sei ein sehr komplexes Unternehmen, IBM wolle zum Beispiel alle Cross-Lizenz-Abkommen und formalen Vereinbarungen mit anderen Firmen verstehen, bevor man ein offizielles Angebot mache. Besonders die diversen Software-Lizenzen würden untersucht, die Sun zu unterschiedlichen Zeiten für verschiedene Softwareprojekte, darunter Java oder Solaris, ausgegeben habe.

Laut der Zeitung hat Sun selbst seit Monaten nach einem Käufer gesucht; IBM biss demnach an. IBM hat bislang die Wirtschaftsflaute wesentlich besser verkraften können als Sun. IBM-Chef Sam Palmisano hatte sich bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das 4. Quartal 2008 auch für das derzeit laufende Geschäftsjahr optimistisch gezeigt.

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(jk)