IBM öffnet Virtualisierungs-Code

Der Research Hypervisor ist ein zu Forschungszwecken entwickelter Mikrokernel, der die Resourcen eines Computers auf mehrere Betriebssysteminstanzen verteilt.

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Von
  • Benjamin Benz

IBM hat den Quellcode des rHypervisor (Research Hypervisor) als Open Source veröffentlicht und unter die GPL gestellt. Beim rHypervisor handelt es sich um einen zu Forschungszwecken entwickelten Mikrokernel, der die Resourcen eines Computers auf mehrere Betriebsysteminstanzen verteilt. In diesem Bereich hat IBM seit mehr als 20 Jahren Erfahrung, da die Virtualisierungstechnik von den Großrechnern (Mainframe) kommt. Auf einem solchen Server laufen mehrere Systeminstanzen, unter Umständen sogar verschiedene Betriebssysteme. Mit den Server der OpenPower-Familie brachte IBM diese Technik vor kurzem in den Bereich der sogenannten Einstiegsserver.

Wer sich für den rHypervisor interessiert, findet im passenden Hackers-Guide eine Beschreibung der Sourcen. Patches am Code nimmt IBM jedoch nicht an.

Der rHypervisor, den IBM unter anderem für ein eigenes Projekt namens sHypervisor und zur Erprobung des Cell-Prozessors einsetzt, läuft auf verschiedenen Hardware-Architekturen. Außer für x86- und Power-CPUs kann man ihn auch für Cell-Prozessoren übersetzen. Als Gastbetriebssysteme kommen derzeit Linux und der ebenfalls von Big Blue entwickelte K42 zum Einsatz. K42 ist ein zu Linux kompatibler, aber komplett neu geschriebener Kernel, der aus Servern mit mehreren CPUs die maximale Leistung herauskitzeln soll.

In den Bereich der Virtualisierung ist in letzter Zeit wieder Schwung gekommen. Zusätzlich zu den bereits erwähnten IBM-Pojekten versucht das Open-Source-Projekt Xen ebenfalls einen Mikrokernel für x86-Architekturen zu etablieren. Mit den rHypervisor-Quellen ist auch eine baldige Portierung von Xen auf die Power-Plattform möglich. Mit einem ganz anderen und nicht so performanten Ansatz arbeiten die PC-Emulatoren VMware und Virtual PC: Sie emulieren unter einem Betriebssystem noch einmal einen kompletten PC. Intels nächste Prozessorgeneration soll dies aber mit der Vanderpool-Technik beschleunigen. Auch im Embedded-Markt wird das parallele Ausführen mehrerer Betriebssysteme auf einer Hardware immer interessanter. (bbe)