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IBM stellt Version 6 von Lotus Notes/Domino vor

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Nach gut drei Jahren Entwicklungszeit und 18 Monaten Betatest wurden Notes und Domino 6 nunmehr fertig gestellt und sind seit gestern für IBM Business Partner auf der Webseite Partnerworld zu haben. Seit dem gestrigen Montagabend sind die Produkte auch direkt auf Passport Advantage zu erwerben.

Notes 6 ist das, was Notes R5 hätte sein müssen: eine wesentlich modernisierte Version mit ordentlichen Kalenderfunktionen. Zudem arbeitet die neue Ausgabe an vielen Stellen endlich mit mehreren Threads, sodass der Anwender weniger häufig auf Updates der Oberfläche warten muss. Notes 6 orientiert sich vor allem an den Bedürfnissen der Großkunden: Vereinfachte Administration und Client-Updates, Bandbreiten schonendere Replikation durch Online-Kompression, dabei nur behutsame Anpassungen der Oberfläche, um Schulungsaufwand einzusparen. Ein Notes-R5-Benutzer findet sich sofort zurecht. Zugleich ist ein gemischter Versionsbetrieb sowohl bei den Domino-Servern als auch bei den Notes-Clients möglich.

Ursprünglich hatte IBM einen Erscheinungstermin von Notes 6 offen gelassen und stets betont, man werde es erst dann freigeben, wenn die Kunden eine ausreichende Stabilität und Fehlerfreiheit bestätigen würden. Anfang 2002 wurde dann jedoch das dritte Quartal als Release-Datum festgelegt, um eine größere Planungssicherheit zu erreichen. Nun ist IBM in die Zwickmühle zwischen festem Termin und Qualitätsziel geraten und hat vor kurzem zwei wichtige Funktionen aus Notes 6 entfernt, um sie im ersten Maintenance Release 6.0.1 Anfang 2003 nachzuliefern: Roaming User und Single Copy Template. Roaming User (wandernder Benutzer) sollte es dem Notes-Anwender ermöglichen, eine Notes-Installation inklusive aller Konfigurationen, Lesezeichen und Adressbuch auf verschiedenen Rechnern zu nutzen. Single Copy Template (SCT) dient vor allem der Platzersparnis. Ein Notes 6 Mail Template belegt rund 12 MByte Plattenplatz. Mit SCT müssten diese Daten nicht für jeden Benutzer vorgehalten werden. Auch die Fähigkeit, verschlüsselte Nachrichten in iNotes Web Access zu lesen, wurde nicht mehr rechtzeitig fertig und auf das erste Maintenance Release verschoben.

Neben den bekannten Angeboten Mail Server und Application Server gibt es nun einen so genannten Utility Server. Dieser wird nicht pro Benutzer, sondern pro Prozessor lizenziert und beherbergt alle Notes-Anwendungen außer Mail. Application und Utility Server enthalten zudem eine Berechtigung, die jeweils aktuelle Version des WebSphere Application Server zusammen mit Domino im Single Sign On zu nutzen.

In der Lotus Developer Domain (ehemals Notes.net) gibt es zahlreiche technische Informationen, während sich die Notes/Domino Homepage eher an normale Benutzer wendet. Am 15. Oktober stellt Lotus das Produkt dann offiziell in Frankfurt vor. Mehr als drei Jahre sind dann vergangen, seit R5 erschien. So viel Zeit will sich IBM in Zukunft nicht mehr lassen: Der Updatezyklus wird verkürzt. Mit der siebten Generation von Notes und Domino ist bereits in etwa 18 Monaten zu rechnen. (Volker Weber) / (jk)

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