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IBM trotzt der Hightech-Krise

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Krise? Welche Krise? Der Computer-Konzern IBM zeigt sich recht unbeeindruckt von der bisherigen Krisenstimmung in der Hightech-Branche, die am gestrigen Mittwoch durch ein Ergebnis von Intel, das nicht ganz so schlecht wie befürchtet ausfiel, erst einmal ins Positive drehte. Big Blue war eine der wenigen Firmen, die in den letzten Wochen keine Gewinnwarnung ausgab – nun legte der Konzern Geschäftszahlen für das erste Quartal vor, nach denen er im zweiten Quartal hintereinander ein starkes Umsatz- und Gewinnwachstum verbuchen konnte.

Der Gewinn stieg im Vergleich zur Vorjahresperiode um 15 Prozent auf 1,75 Milliarden US-Dollar. Lag IBM damit noch innerhalb der Erwartungen der Wall Street, konnte die Firma diese beim Umsatz sogar noch übertreffen: Um 8,8 Prozent stieg der Umsatz auf 21,04 Milliarden US-Dollar; die Analysten hatten einen Zuwachs von 7 Prozent erwartet.

IBM steigerte den Umsatz in Nord- und Südamerika um 6 Prozent auf 9 Milliarden US-Dollar und den Umsatz in der Region Europa/Naher Osten/Afrika um 3 Prozent auf 5,6 Milliarden US-Dollar. Bei unveränderten Wechselkursen wäre dort der Umsatz sogar um 11 Prozent gestiegen. In Asien legte das Unternehmen um 8 Prozent auf 4,3 Milliarden US-Dollar zu. Im OEM-Geschäft setzte IBM 2,1 Milliarden US-Dollar um. Die Hardwareumsätze stiegen um 11 Prozent auf 8,5 Milliarden US-Dollar. Im Dienstleistungsbereich gab es einen Anstieg um 12 Prozent auf 8,5 Milliarden US-Dollar. IBM verbuchte in dem Dreimonatsabschnitt neue Dienstleistungsabkommen mit einem Wert von 10,2 Milliarden US-Dollar und hatte am Ende des Quartals einen Dienstleistungsauftragsbestand von 87 Milliarden US-Dollar.

Der Softwareumsatz stagnierte dagegen mit 2,9 Milliarden US-Dollar. Im Finanzbereich gab es einen Umsatzanstieg um 2 Prozent auf 832 Millionen US-Dollar, während IBM mit seinen Unternehmensinvestments einen Umsatzrückgang von 19 Prozent auf 276 Millionen US-Dollar hatte.

IBM-Chef Louis Gerstner verwies auf die breit gestreute Produktpalette, innovative Produkte und den starken Dienstleistungsbereich. "In Zeiten wie diesen hilft uns unsere Stärke als diversifiziertes und von Dienstleistungen getriebenes Unternehmen", betonte er. Das Desktop-Computer-Geschäft litt jedoch nach seinen Angaben wie bei anderen Anbietern auch. Dies sei nicht nur eine zyklische Frage. Es handele sich um ein reifes Geschäft, das die IT-Branche nicht mehr antreibe. IBM sei sicherlich nicht gegen breite Abstriche bei Kundenausgaben immun. Angesichts der jüngsten Resultate rechnet Gerstner jedoch damit, dass IBM besser abschneiden wird als die meisten seiner Konkurrenten, gleich wie sich der Markt sich in diesem Jahr entwickelt. Der Finanzchef von IBM zeigte sich jedenfalls zuversichtlich, die Prognosen für das Gesamtjahre einhalten zu können. Danach will der Konzern einen Gewinn von 4,87 US-Dollar pro Aktie erzielen, eine Steigerung um fast 10 Prozent gegenüber 2000.

Die Inverstoren freuen die Zahlen und der optimistische Blick in die Zukunft jedenfalls: Der Kurs der Aktie konnte im Rahmen des Kursfeuerwerks am gestrigen Mittwoch in New York schon während des regulären Handels um 6,82 Prozent auf 106,50 US-Dollar zulegen. Im nachbörslichen Handel stieg das Papier noch einmal auf 112,81 US-Dollar. (jk)