IBM und Intel wollen Blade-Server-Standard etablieren

Mit einer teilweisen Offenlegung ihrer Bladeserver-Spezifikationen wollen IBM und Intel den Absatz in diesem Boom-Segment weiter steigern.

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Von
  • Christof Windeck

Mit einer teilweisen Offenlegung ihrer Bladeserver-Spezifikationen wollen IBM und Intel den Absatz in diesem Boom-Segment weiter steigern.

Im Unterschied zu Rack-Servern im 19-Zoll-Format, die sich aus preiswerten Standardteilen vieler konkurriernder Anbieter zusammenbauen lassen, sind die unterschiedlichen Blade-Server-Konzepte von Herstellern wie Dell, Fujitsu-Siemens, HP, IBM, Intel, Nexcom, RLX, Sun, Tatung oder Verari zueinander inkompatibel. Mangels standardisierter Teile müssen die Firmen viele Komponenten selbst entwickeln, produzieren (lassen), testen und über die im Server-Markt längeren Support-Zeiträume pflegen. Die mangelnde Kompatibilität begrenzt auch die Auswahl an Zubehör-Bauteilen wie schnelle Server-Interconnects (Stichworte: Dolphin, InfiniBand, Myricom, Quadrics), Netzwerk-Switches und Storage-Anbindung (FibreChannel, iSCSI, 10-GBit-LAN).

IBM und Intel haben ihre Serverlinien BladeCenter und Enterprise Blade Server in der Xeon-CPU-Version von Anfang an gemeinsam konzipiert und entwickelt, IBM hat überdiese eigene PowerPC-Blades und andere Module vorgestellt. Mit der Offenlegung der Spezifikationen für interessierte Entwickler wollen die beiden Partner ihre eigenen Blade-Server-Vorstellungen stärker etablieren und durch mehr Zubehör neue Märkte erobern.

Ein Ansatz ist die BladeCenter-T-Baureihe, womit IBM eine Servervariante für Telekommunikationsfirmen bezeichnet, die die harten Bellcore-NEBS-Kriterien für Zuverlässigkeit erfüllen, beispielsweise Widerstandsfähigkeit gegen Erdbeben und Feuer. Intel hat für diesen Bereich, den zurzeit noch proprietäre Systeme und SPARC-/Solaris-Server dominieren, mittlerweile ebenfalls Produkte im Angebot und zielt außer mit PCI EAS mit dem ATCA-Standard, dem die BladeCenter-Server sehr ähneln, genau auf dieses Segment. Ein strategischer Baustein ist dabei auch der Einsatz von Linux in "gehärteten" Varianten (Hardened Linux oder Carrier-grade Linux bei IBM, Intel oder MontaVista, Security-Enhanced Linux der NSA). Auch für Intels (optische) Netzwerkprozessoren sind Telekommunikations-Server ein typischer Einsatzort, ebenso wie für die Embedded-PowerPC-Prozessoren von IBM. (ciw)