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ICANN akzeptiert Top Level Domain .xxx

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Die Internet- und DNS-Verwaltung ICANN hat für die erneute Erweiterung des DNS um Top Level Domains den Antrag auf Einrichtung der Top Level Domain .xxx nun doch angenommen. Sie soll als eine Art Rotlichtbezirk dienen, in den sich Betreiber von Erotik- und Pornographie-Websites freiwillig einordnen.

In der zweiten Runde zur Erweiterung des DNS um so genannte Sponsored Domains, die Registrierungen nur für bestimmte inhaltliche und organisatorische Zwecke zulassen sollen oder für bestimmte Berufsgruppen gedacht sind, war .xxx erst einmal noch nicht vorgesehen; hier kamen zuerst .jobs und .travel zum Zuge, während mit den am Betrieb der Registries für .mobi, .cat und .post interessierten Firmen noch weiter über die Ausgestaltung der Verträge verhandelt wird. Genau dies soll nun auch mit der Firma ICM Registry geschehen, die .xxx betreiben will und deren Antrag auf Einrichtung der Domain nun doch akzeptiert wurde.

.xxx war schon unter den Kandidaten in der allerersten Runde zur DNS-Erweiterung durch die ICANN. Erste Vorschläge für einen Rotlichtbezirk im Internet gab es sogar bereits 1997. Die ICANN selbst hatte diese aber bei den bisherigen TLD-Neuerungen immer wieder abgelehnt, unter anderem, da der falsche Eindruck entstünde, alle Domains außerhalb von .xxx seien für Jugendliche und Kinder geeignet. Die Internet Engineering Task Force (IETF) hatte sich noch Anfang 2004 explizit (sogar in einem RFC)   gegen die Einrichtung von .sex- oder .xxx-Domains ausgesprochen und sie als gefährlich bezeichnet.

ICM Registry, die als Betreiber für den eigentlichen TLD-Sponsor International Foundation for Online Responsibility (IFFOR) auftreten, betont, dass man zwar keine inhaltliche Zensur bei .xxx-Domains ausüben wolle, die Regeln aber festlegen sollen, dass nur Erwachsene Zugriff auf die Seiten haben. Außerdem soll etwa Kinderpornographie von vornherein ausgeschlossen sein. Im Gegenteil, man erwarte, dass eine .xxx-TLD sogar hilfreich beim Kampf gegen Kindesmissbrauch und für die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen sei. (jk)