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ICANN räumt Datenpanne bei TLD-Bewerbungen ein

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Die mit der Verwaltung der Internetadressen betraute US-Organisation ICANN hat eingeräumt, dass eine Datenpanne der Grund für den vorzeitigen Abbruch der Bewerbungsphase für neue Top-Level-Domains ist. Durch einen Fehler im Bewerbungssystem sei es "einer begrenzten Anzahl" von Bewerbern möglich gewesen, Daten von anderen Bewerbern einzusehen. Davon seien unter bestimmten Umständen Nutzerkennungen und Dateinamen betroffen, heißt es in einer knappen Mitteilung vom Donnerstag.

Die ICANN hatte das komplizierte und teure Bewerbungsverfahren für neue Internet-Adresszonen wie ".berlin", ".music" oder ".sport" am Donnerstag wenige Stunden vor Ablauf der regulären Bewerbungsfrist überraschend abgebrochen. Zunächst hatte die Netzverwaltung "ungewöhnliches Verhalten" und "technische Probleme" als Grund angegeben, einen Angriff auf das System aber ausgeschlossen. Der Vorfall werde noch untersucht, heißt es bei der ICANN weiter. Von dem Abbruch betroffene Bewerber sollen in der kommenden Woche noch eine Chance erhalten, ihre Unterlagen einzureichen.

Sollten durch die Panne vertrauliche Daten in die Hände anderer Bewerber geraten sein, ist das keine Lappalie. So könnten die Daten Rückschlüsse etwa auf die Identität der Bewerber und die beantragten Domains zulassen. Das könnte zum Beispiel mögliche Konkurrenten interessieren. Ohnehin dürfte sich die ICANN bei strittigen Entscheidungen über die Vergabe mehrfach beantragter Domains zum Nachweis genötigt sehen, dass sich der erfolgreiche Bewerber durch die Datenpanne nicht einen Vorteil verschafft haben könnte. (vbr)