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ICANN sucht Gutachter für TLD-Bewerbungen

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Die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) sucht Experten zur Begutachtung der Bewerbungen um neue Adresszonen im Netz. Es gilt die zehn neuen Bewerber unter die Lupe zu nehmen, die neue Top Level Domains einrichten wollen. Wie schon in Runde eins wollen die privaten Netzverwalter durch die externen Gutachten die technische Qualität der Vorschläge und auch ihre finanzielle Solidität überprüfen lassen. Die Gutachten werden als Entscheidungshilfe vom ICANN-Vorstand herangezogen. Wie der Auswahlprozess für die Gutachter genau erfolgt, darüber lässt ICANN in seiner Mitteilung im Unklaren.

In Runde eins hatte das ICANN-Büro für die finanzielle Prüfung zwei Berater des Beratungsunternehmens Arthur Andersen engagiert. Den technischen Part übernahmen damals drei aus der Technik kommende Berater Charles J. Neuhauser (ehemals Bell), Robert Olson (ehemals HP) and Dr. Peter Reiher (University of California). Während ICANN nun genaue Kriterien für die Auswahl der Finanz- und Technologieexperten veröffentlicht hat, schweigt man sich über Voraussetzungen für juristische Gutachter aus. In Runde eins hatte man dafür die Kanzlei des damaligen ICANN-Justiziars Joe Sims, Jones, Day, Reavis & Pogue, verpflichtet. Möglich, dass erneut Jones Day tätig werden soll.

Allerdings könnte es auch sein, dass man die für die rechtliche Begutachtung damals in Rechnung gestellte stolze Summe von 324.084,96 US-Dollar sparen möchte. Immerhin kann man angesichts der wesentlich kleineren Bewerberzahl längst nicht so aus dem Vollen schöpfen. Im Jahr 2000 zahlten die über 40 Bewerber zusammen rund 2 Millionen US-Dollar Bewerbungsgebühren. In der aktuellen Runde, in der es um spezialisierte Domains mit eingegrenzten Zielgruppen geht, hat ICANN nur 450.000 US-Dollar erhalten. (Monika Ermert) / (anw)