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ICANN will gegen falsche Whois-Einträge zu Domains vorgehen

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Ein Ultimatum hat die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) der Registrar-Tochter von VeriSign, Network Solutions, gestellt. Wenn der Ex-Monopolist für Domain-Registrierungen nicht innerhalb von 15 Tagen eine Reihe von Falschangaben in den Whois-Informationen seiner Kunden ausbessert, drohe NSI der Verlust seiner ICANN-Akkreditierung. VeriSign könnte dann zwar weiterhin als Registry (Datenbankbetreiber) für .com, .net und .org-Adressen tätig sein, aber nicht mehr im Endkundengeschäft als Registrar. Ein Sprecher des Unternehmens betonte gegenüber US-Medien, man werde innerhalb einer Woche reagieren.

Fehlerhafte Whois-Angaben bei 17 verschiedenen über NSI registrierten Domains listet der blaue Brief der ICANN auf, darunter falsche Namen, Postadressen und, vor allem, nicht korrekte E-Mail-Adressen und Telefonnummern. Alle aufgelisteten Fälle hat ICANN im Verlauf der vergangenen eineinhalb Jahre bei NSI moniert, jedoch ohne Reaktion. "Trotz aller Versprechen veröffentlicht der VeriSign-Registrar offensichtlich häufig unvollständige und unrichtige Angaben in seiner Whois-Datenbank", wirft ICANNs Chefjurist Louis Touton NSI vor. Wenig erfreut zeigte sich ICANN dabei nochmals über den Fall, in dem NSI-Angestellte einer Kundin, die eine Veröffentlichung ihrer privaten Kontaktadresse verweigerte, empfahl, einfach irgendeine Adresse anzugeben.

ICANNs Ultimatum gegenüber NSI und auch die zugleich auf der Internic-Seite eingerichtete "Meldestelle" für falsche Whois-Einträge bei .com-, .net- und .org-Adressen muss wohl auch als Reaktion auf Kritik von Seiten der US-Politik betrachtet werden. Nach dem 11. September hatte der Abgeordnete Howard Berman bei der ICANN-Jahrestagung ein Whois-Gesetz angedroht, wenn die ICANN dem Problem nicht selbst Herr werde. Mittels der Whois-Angaben könnten laut Berman nicht nur Urheberrechts- und Markenrechtssünder aufgestöbert werden, sondern auch Terroristen. Angesichts der anstehenden Verlängerung von ICANNs Vertrag mit dem Department of Commerce lässt man bei ICANN daher wohl schnell noch einmal die Muskeln spielen. NSI dürfte übrigens kaum der einzige Whois-Sünder sein, die vielen falschen Einträge beim .info-Start sind nur ein weiteres Beispiel. (Monika Ermert) / (jk)