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ICQ nach Russland verkauft

Der mit starken Umsatzrückgängen kämpfende Internet-Dienstleister AOL hat den Messenger-Dienst ICQ nach Russland verkauft. Statt der 300 Millionen Dollar, die AOL laut der Moskauer Wirtschaftszeitung Vedomosti unlängst noch verlangt haben soll, fließen dem einstigen Schwergewicht der Internet-Szene allerdings nur 187,5 Millionen Dollar zu. Käufer ist das russische Investment-Unternehmen Digital Sky Technologies (DST), das sich nach einer Beteiligung an Facebook zuletzt auch Anteile am globalen Marktführer im Bereich Social Games, Zynga, sicherte. DST kontrolliert mit Mail.ru zudem den größten einheimischen Anbieter von kostenlosen E-Mail-Diensten und ist am sozialen Netzwerk Vkontakte.ru (34 Millionen Nutzer) beteiligt. An einer ICQ-Übernahme sollen auch der russische Konzern Profmedia und die chinesische Tencent interessiert gewesen sein.

ICQ habe ein gutes neues Zuhause gefunden, erklärte AOL-Chef Tim Armstrong am Mittwoch in New York. Yuri Milner, Chief Executive Officer (CEO) von DST, bezeichnete die Übernahme als "sehr attraktive Möglichkeit, die eigene Position in Russland und Osteuropa weiter zu stärken". Laut AOL kommt ICQ derzeit auf 32 Millionen Nutzer pro Monat. AOL, das im vergangenen Dezember aus dem Time-Warner-Konzern herausgelöst wurde und Anfang des Jahres die Schließung mehrerer europäischer Niederlassungen bekannt gab, legte am Mittwoch zudem Zahlen für das erste Quartal 2010 vor. Der Umsatz sackte danach gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 23 Prozent auf 664 Millionen Dollar ab, der Nettogewinn um 58 Prozent auf 34,7 Millionen Dollar. Künftig will sich AOL vor allem auf das Geschäft mit Online-Werbung konzentrieren. (pmz)

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