ICQ wills nochmal wissen: Neustart der Chat-App

Der russische Eigentümer von ICQ bringt den Messenger als neue Version mit neuem Namen und neuen Funktionen an den Start.

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(Bild: Screenshot der Webseite von ICQ)

Von
  • Eva-Maria Weiß

ICQ heißt jetzt "ICQ New" und ist als App für alle gängigen Systeme verfügbar. Der russische Eigentümer hat den Chat-Dienst überarbeitet. Er erinnert dabei zunächst stark an alle anderen Messenger, mit all den üblichen Features. Allerdings gibt es doch zusätzliche Funktionen.

Sprachnachrichten können Empfänger in Text verwandeln. Das kann äußerst praktisch sein, wenn mal wieder jemand eine solche Nachricht geschickt hat und nicht die Menschen drumherum mithören sollen. Derzeit ist das laut der Webseite von ICQ aber nur auf Russisch und Englisch verfügbar.

Zudem bietet die neue ICQ-Version die Option, Kanäle einzurichten und ihnen zu folgen. Unter dem Menüpunkt "Interessant" tauchen sogleich Vorschläge auf. Die Kanäle kann man selbst anlegen, dort posten und sie öffentlich freigeben oder aber nur für sich bestücken und einsehen. Ferner gibt es auch eine API für eigene Bots.

ICQ New will natürlich auf Kontakte, Standortdaten und Co zugreifen. In den Einstellungen lässt sich einiges an Anwendungen unterbinden beziehungsweise einschränken, etwa wer anrufen und Personen zu Gruppen hinzufügen kann. Neben der nur auf Englisch verfügbaren Datenschutzerklärung listet die App alle von ihr verwendete Drittanbieter-Software direkt auf.

Der vormals ausgesprochen beliebte Chat-Dienst ICQ ist 2010 von AOL nach Russland verkauft worden. Digital Sky Technologie (DST) soll damals etwa 187 Millionen US-Dollar bezahlt haben, was deutlich unter den allgemeinen Erwartungen lag. DST steckt auch hinter Mail.ru, dem in Russland größten Anbieter von E-Mail-Diensten. Seither war es eher still um ICQ geworden. In den Enthüllungen von Edward Snowden tauchte auf, dass ICQ Nachrichten unverschlüsselt verschickte – über eine Verschlüsselung liest man in der Neuauflage auch nur sehr allgemeine Angaben, aber keine Details, ob etwa auch Ende-zu-Ende verschlüsselt wird. Laut Datenschutzerklärung sei der Dienst aber DSGVO-konform – zumindest für Nutzer innerhalb der EU.

(emw)