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IDF 2015: Intel zeigt virtuelle Touchdisplays und flottere SSDs mit 3D-XPoint-Technik

Sensoren galore, Internet of Everything und Wearables zwecks Pimping des Selbst sind die Schwerpunkte bei Intels Developer Forum '15 (IDF). Die Zukunft verheißt superschnelle SSDs mit 3D-XPoint-Technik und virtuelle Touchdisplays.

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IDF 2015-Eröffnung

In transparenten Prallluftschiffen schwebten die Buchstaben IDF durch den Raum. Damit wurde das Intel Developer Forum 2015 eröffnet.

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

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"Wir wollen weiter vordringen, als jemals zuvor. Ich habe noch nie so viel Vielfalt bei den Möglichkeiten für Entwickler gesehen", sagte Intel-CEO Brian Krzanich zur Eröffnung seines Intel Developer Forums 2015. Es wird Dienstag bis Donnerstag dieser Woche in San Francisco abgehalten. Krzanich verriet jene drei Annahmen, auf denen die Innovationsstrategie seines Konzerns fußt: Neue Sensoren werden super wichtig, alles wird smart und vernetzt, und Wearables werden sich als Erweiterungen des Menschen etablieren.

"Developed by you" ist das Motto des IDF 15.

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Das größte Aufsehen erregte aber der Einblick, den Krzanich am Schluss seiner Show in ein Projekt der Intel Labs gewährte: Die Entwicklungsabteilung forscht an virtuellen Touchdisplays, die nicht dort sind, wo man sie sieht und "berührt", die man aber trotzdem spüren kann. Solch Hexenwerk verwirklichen die Forscher mit Prismen und Ultraschall.

Das Display steht eigentlich anderswo. Ein Prisma lässt es für das menschliche Auge aber so wirken, als schwebte das Bild im Raum. Der User kann damit auch so interagieren, wie mit einem Touchdisplay. Sensoren erfassen, was die Finger des Menschen in der leeren Luft treiben. Damit es sich aber auch so anfühlt, als tappe man auf einen Bildschirm, müssen die Fingerspitzen etwas spüren. Und das soll zielgerichteter Ultraschall hinkriegen. Ein fertiges Produkt wird dieses Jahr aber noch unter keinem Weihnachtsbaum liegen.

Vorfreude darf jedoch schon auf eine neue Klasse nichtflüchtigen Speichers namens 3D Xpoint (sprich: Crosspoint) aufkommen. Sie soll Massenspeicher bringen, die rund tausendmal schneller und tausendmal langlebiger sind, als herkömmlicher NAND-Speicher. Die Speicherdichte wird dabei das Zehnfache aktueller DRAMs betragen.

Ein Optane-Prototyp schlug in der Show eine kommerziellen Intel-SSD deutlich.

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Und zwischen diesen beiden Speicherklassen, NAND und DRAM, fällt 3D Xpoint auch. Erste SSD sollen unter dem Markennamen Optane bereits 2016 auf den Markt kommen. Später wird es die Speicher auch im DIMM-Format für Datenzentren geben – vermutlich im Gleichschritt mit Einführung der Plattform Skylake Purley, die für 2017 erwartet wird. Wie das mit Micron gemeinsam entwickelte 3D Xpoint nun genau funktioniert und wie es um den Energieverbrauch steht, war nicht Thema von Krzanichs Keynote. Über die zugrundeliegende Technik wird weiter gerätselt. Phase Change Memory ist ein guter Kandidat.

Dafür gab es die erste öffentliche Demonstration einer mit 3D Xpoint arbeitenden Optane-SSD, die über siebenmal so schnell war, wie Intels schnellste aktuelle SSD DC P3700.

Für die nähere Zukunft bereitet Intel eine neue Generation von Sensoren vor. Allzeit bereit sollen sie sein, ohne dass man sie einschalten oder anstecken müsse. Entsprechend hat Intel gemeinsam mit Microsoft eine Smart Sound Technology entwickelt, die besonders wenig Energie verbrauchen solle. Damit wird das Mikrofon auch dann lauschen, wenn etwa der Laptop in einen Zustand niedrigen Energieverbrauchs gebracht wurde, etwa in den Ruhezustand.

Das ermöglicht "Wake on Voice", also das Aufwecken des Geräts durch Zuruf. Smart Sound wird für Intel-Systeme von Atom bis Core zur Verfügung stehen. Gemeinsam mit Google hat Intel zudem ein Verfahren entwickelt, dass die Latenz zwischen Ereignis und Tonausgabe eines Computers "auf Null" reduzieren soll.

Der Intel-Chef präsentierte außerdem Beispiele für den Einsatz von Realsense, welches Computern Bilderfassung von menschlicher Mächtigkeit geben soll. Dabei kommt es besonders auf Bilderkennung, Tiefenerfassung, und die Bestimmung der relativen Positionen von Objekten zu einander an.

Krzanich zeigte einen Google-Tango-Prototypen, in dem Intels Realsense seinen Dienst versieht.

Auf der Bühne versah Realsense seinen Dienst in einem Roboter namens Relay, der Hotelgästen kleine Erfrischungen und Utensilien aufs Zimmer bringt; einem interaktiven Kaufhausspiegel namens memomi, der bei der Auswahl der Garderobe helfen soll, indem er andere Stofffarben simuliert; und einer 3D-Kamera von von Razor, die für Twitch-Promis gedacht ist. Die Kamera nimmt den Computerspielenden auf, blendet aber den Hintergrund und etwaig andere im Sichtfeld befindliche Personen aus.

Die Kamera kann also zwischen dem Subjekt und anderen Objekten oder Personen unterscheiden. Bisher waren für solche Tricks Bluescreens für farbbasierte Bildfreistellung erforderlich. Übrigens wird Intel im Laufe diesen Jahres zwei weitere SDK für Intel Curie veröffentlichen. Weitere Ankündigungen zu Curie soll es auf der Maker Faire in Rom geben. (ds)