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IDF: 32-nm-Atoms binden zwei digitale Displays an und sind Blu-ray-tauglich

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Der kommende Cedarview-Atom soll schneller sein als der aktuelle.

(Bild: Intel)

Die Entwicklung der Atom-Prozessoren für Netbooks und Nettops – also für kompakte, billige Mobil- und Desktop-PCs – zeigt geradezu lehrbuchhaft, was Konkurrenz bewirken kann: Während die erste Atom-N-Plattform aus dem Jahr 2008 mit einem Zusatzchip noch DVI-Displays anbinden konnte, hatte Intel diese Funktion bei der zweiten Generation (Pineview: Atom N400/N500 und D400/D500) gestrichen. Auch die auf demselben Silizium-Chip integrierte GPU war altbacken: Der Graphics Media Accelerator GMA 3150 geht letztlich auf den Chipsatz G31 aus dem Jahr 2007 zurück und dekodiert keine HD-Videos, außerdem ist er bloß zu DirectX 9 und OpenGL 1.5 kompatibel.

Seit AMD nun jedoch mit den APUs Ontario (C-50) und Zacate (E-350) Atom-Konkurrenten mit eingebauter DirectX-11-GPU sowie Blu-ray-Video-tauglichem Unified Video Decoder (UVD) liefert, ist Intel unter Zugzwang geraten – und schwärmt auf dem IDF 2011 Beijing von den Fähigkeiten der kommenden 32-Nanometer-Atoms: Der Cedarview kooperiert zwar weiterhin mit dem mager ausgestatteten Chipsatz NM10 mit bloß zwei SATA-II-Ports, doch die CPU-Kerne sollen schneller werden und inbesondere die GPU hat erheblich dazugelernt: DirectX 10.1, OpenGL 3.0 und ein Hardware-Beschleuniger für HD-Videos bis zur Auflösung 1080p, der auch für Blu-ray Disc 2.0 reicht. Stereoskopische 3D-Blu-rays und HDMI 1.4 sollen die Cedarview-Atoms aber ebensowenig unterstützen wie die konkurrierenden AMD-Offerten.

Zur "Browser-Beschleunigung" per Direct2D und DirectWrite macht Intel noch keine Angaben, doch das sollte – wie bei Intels aktueller Prozessorgrafik HD 2000 – mit einem WDDM-1.1-Treiber für die DirectX-10.1-GPU möglich sein. Ob Intel einen WebGL-tauglichen Windows-Treiber liefert – etwa wie AMD mit OpenGL-ES-2.0-Unterstützung im Catalyst – ist ebenfalls offen, aber etwa für Google Chrome auch unnötig: Dank Angle funktioniert hier WebGL via Direct3D schon mit DirectX-9-Karten.

Cedarview-Netbooks sollen noch vor Weihnachten erscheinen.

(Bild: Intel)

Nachdem Intel der aktuellen Netbook-Atom-Generation nicht einmal einen einzigen Anschluss für externe digitale Displays gegönnt hat, sollen es bei Cedarview gleich zwei werden, allerdings ist außer HDMI nur DisplayPort beziehungsweise Embedded DP für interne Panels vorhanden – eine zweite HDMI- oder DVI-Buchse verlangt also einen Adapter, möglicherweise einen aktiven Umsetzer-Chip.

Die Desktop-Versionen von Cedarview sollen ausschließlich als Dual-Cores kommen, Intel verspricht Taktfrequenzen oberhalb von 1,8 GHz und DDR3-1066-RAM (PC3-8500). Das bisherige 1,8-GHz-"Spitzenmodell" Atom D525 taktet das RAM mit höchstens 400 MHz (DDR3-800/PC3-6400). Weiterhin besitzen Atoms aber bloß einen Speicher-Kanal, der maximal 4 GByte fasst, und zwar in Form von einem oder zwei SO-DIMMs.

Intel betont auch die niedrigere Leistungsaufnahme, die bei sorgfältiger Dimensionierung des Kühlsystems lüfterlose Geräte möglich machen soll. Auf dem IDF erwähnte Intel auch einen "Wireless Speaker Adapter" mit analogem Ausgang, den Logitech für rund 30 US-Dollar verkaufen will. Er soll auch mit anderen Notebooks funktionieren, in denen ein Wireless-Display-(WiDi-)tauglicher WLAN-Adapter von Intel steckt – AirPlay lässt grüßen. (ciw)