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IDF: Intel konkretisiert Nehalem-Pläne

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Pat Gelsinger hielt auf der Keynote eine Nehalem-Wafer in die Kameras.

Auf Intels Entwicklerforum hat Pat Gelsinger den Nehalem-Terminplan seines Unternehmens konkretisiert. Zunächst erscheint – wie bereits angekündigt – als wohl erster Vertreter der neuen Prozessorarchitektur mit integriertem Speichercontroller, vier Kernen auf einem Die, Hyper-Threading und (teilweise) QuickPath-Interconnect-(QPI-)Schnittstelle der Core i7 alias Bloomfield für Highend-Desktop-Rechner mit LGA1366-Mainboards und dem Chipsatz X58 (Tylersburg-36S). Nach Spekulationen könnte der Prozessor bereits im Oktober auftauchen, das Weihnachtsgeschäft will Intel anscheinend auf jeden Fall mitnehmen. Ungefähr im gleichen Zeitrahmen sollen laut Gelsinger Nehalem-Xeons unter dem Codenamen Nehalem-EP (hier war bisher auch von Gainestown die Rede) erscheinen. Sie sollen unter anderem neue Funktionen zur Steigerung der Energieeffizienz von Servern ermöglichen.

Die beiden zuerst vorgestellten Nehalem-Prozessorfamilien werden dann mehrere Monate lang die einzigen Vertreter ihrer Art bleiben, denn erst in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres 2009 sollen die nun von Gelsinger offiziell angekündigten Prozessoren Havendale und Lynnfield (für Mittelklasse-Desktop-Rechner), Auburndale und Clarksfield (für Notebooks) sowie die Nehalem-EX-Xeons (hier war früher von Beckton die Rede) kommen. Letztere sind für Server mit mehr als zwei CPU-Fassungen gedacht, für die Intel noch im September den Hexa-Core Dunnington, dann unter dem Namen Xeon X7460 und mit insgesamt 16 MByte L3-Cache, als Nachfolger der aktuellen 4-Kern-Xeons der Reihe 7300 (Tigerton) einführen will. Gegen die Dunningtons bringt Konkurrent AMD übrigens seinen ersten 45-nm-Prozessor Shanghai in Stellung – auf dem Gebiet der größeren x86-Server tritt die Nehalem-Architektur ja erst in ungefähr einem Jahr an.

Pat Gelsinger versprach für die Nehalem-Prozessoren auch neue "Turbo"-Funktionen, die die CPU-Performance steigern sollen – ging aber nicht auf Details ein. Wahrscheinlich handelt es sich um automatische Übertaktungsfunktionen für einzelne Kerne, wie es auch die aktuellen Mobilprozessoren können (Intel Dynamic Acceleration, IDA) – das bringt allerdings bisher wenig. Neu ist auch die Funktion "User Pinning" für den Flash-Speicher Intel Turbo Memory, mit der PC-Nutzer bestimmte Dateien ihres Systems bewusst vom PCIe-Flash-Modul puffern lassen können, etwa um den Start häufig verwendeter Programme zu beschleunigen. User Pinning scheint aber eher eine Notlösung zu sein, weil die in Vista integrierten Funktionen ReadyBoost und ReadyDrive auf vernünftig konfigurierten Rechnern so gut wie keine Auswirkungen haben. Intel ist aber ständig auf der Suche nach Absatzmöglichkeiten für die NAND-Flash-Speicherchips, die man gemeinsam mit Micron im Joint Venture IM Flash produziert, und die auch in den neuen SATA-SSDs und den bereits vorgestellten Billig-SSDs für Netbooks stecken.

Zum IDF Fall 2008 siehe auch:

(ciw)