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IDF: Intel stellt Tablet-Atom offiziell vor

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Der Atom Z670 ist für einen x86-Prozessor sparsam und kompakt.

(Bild: Intel)

Oak Trail: Unter diesem Codenamen hat Intel ein System-on-Chip (SoC) mit einem einzelnen Atom-Kern, einem PowerVR-SGX-535-Grafikkern, integriertem DDR2-Speicher-Controller sowie den zugehörigen Platform Controller Hub (PCH) Whitney Point entwickelt. Nun kündigt Intel die beiden Komponenten unter den Produktnamen Atom Z670 und SM35 anlässlich des Starts des IDF 2011 Beijing an. Der Z670 erreicht maximal 1,5 GHz, außerdem gibt es die noch langsamere Version Z650 mit 1,2 GHz. Beide sollen sich für lüfterlos gekühlte Tablets oder auch Netbooks eignen.

Im Atom Z670 steckt im Grunde ähnliche Technik wie in der eigentlich für Smartphones gedachten Moorestown-Plattform und dem im vergangenen Herbst vorgestellten Atom E600 (Tunnel Creek). Anders als auf einem Moorestown-System, welches statt eines BIOS oder einer UEFI-Firmware SFI-Code benötigt, ist Oak Trail sozusagen PC-kompatibel: Windows, Linux, Android, Chrome OS, MeeGo ... die Hersteller haben freie Wahl beim Betriebssystem. Die Unterschiede zu den Embedded-Atoms der Serie E600 und ihrem PCH EG20T liegen in Details: Der Atom Z670 ist bei 1,5 GHz mit 3 Watt TDP – inklusive GPU und Speicher-Controller – besonders sparsam, laut Intel schluckt er im Mittel etwa 1 Watt. Der PCH SM35 braucht höchstens weitere 0,75 Watt (EG20T: 1,55 Watt) und enthält etwa auch einen USB-Upstream-Port, um Tablets mit einem PC verbinden zu können. Anders als der US15W (Poulsbo) für Z500-Atoms besitzt der SM35 auch einen SATA-Port für den Massenspeicher.

Fujitsu Stylistic Q550

Von der Performance her hat sich beim Atom allerdings seit fast 3 Jahren wenig getan: Auch der Atom Z670 enthält denselben 45-Nanometer-Bonnell-Kern wie etwa der 2008 vorgestellte Atom Z530 (1,6 GHz), der PowerVR-Grafikkern erreicht aber nun immerhin bis zu 400 statt bloß 200 MHz. Der eingebaute HD-Video-Beschleuniger unterstützt 1080p-Material und kann es über einen HDMI-1.3a-Port ausgeben.

Beim Speicher-Controller hat sich hingegen nichts verbessert: Die alten Z500-Atoms besitzen ein 64-Bit-DDR2-Interface mit 200 oder 233 MHz (DDR2-400, DDR2-533), die neuen E600- und Z600-Atoms aber nur einen DDR2-Speicher-Controller mit 32 Datensignalleitungen, aber 400 MHz (DDR2-800). Maximal sind 2 GByte "Memory Down" möglich, also fest aufgelötete SDRAM-Chips auf der Platine – für steckbare (SO-)DIMMs, die ja in der Standardausführung 64 Bit "breit" sind, ist der SoC-Atom nicht ausgelegt. Die Datentransferrate des RAM von maximal 3,2 GByte/s müssen sich CPU und GPU teilen.

Blockschaltbild Atom Z670 plus SM35

(Bild: Intel)

Anders als etwa der AMD C-50 (Dual-Core, 1 GHz, 9 Watt TDP) mit integrierter DirectX-11-GPU Radeon HD 6250 bietet der Atom Z670 unter Windows 7 keine Hardware-Beschleunigung für Direct2D und DirectWrite, von der einige aktuelle Browser Gebrauch machen. Das liegt unter anderem daran, dass bisher ein WDDM-1.1-Treiber fehlt – Intels Embedded Media and Graphics Driver (EMGD) für den PowerVR SGX 535 alias GMA 500 beziehungsweise GMA 600 ist nach jahrelanger Entwicklung noch immer auf XPDM-Niveau. Immerhin soll der EMGD OpenGL ES 2.0 und OpenGL 2.0 unterstützen, sodass WebGL-Beschleunigung funktionieren könnte.

Auf dem IDF will Intel einige weitere Tablets und Netbooks mit Atom Z670 vorstellen; die Geräte von Fujitsu (Stylistic Q550), Lenovo (IdeaPad Slate), Razer (Switchblade) und Samsung (Sliding PC 7) wurden bereits früher gezeigt.

Ebenfalls auf dem IDF werden aber auch Neuheiten zu den ersten 32-nm-Atoms (Cedarview/Cedar Trail) erwartet. Intel geht davon aus, dass bereits in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres erste Netbooks und Tablets mit diesen vermutlich leistungsfähigeren Atom-Versionen erscheinen werden. (ciw)