IDF: Itanium 2 mit großen und kleinen Brötchen

Auf dem europäischen Intel Developer Forum gab Intels Server-Chef Mike Fister jetzt ein paar Benchmarkwerte der nächsten Itanium-Generation öffentlich bekannt.

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Auf dem europäischen Intel Developer Forum gab Intels Server-Chef Mike Fister jetzt ein paar Benchmarkwerte der nächsten Itanium-Generation öffentlich bekannt. Danach würde der unter dem Codenamen McKinley entwickelte 64-Bit-Prozessor bei 1 GHz Takt im Gleitkommabenchmark der SPEC (SPECfp2000base) mit 1350 den aktuellen Spitzenreiter dieser Liga, IBMs Power4-1,3 GHz (Basis-Wert: 1202), überholen und vor allem den von Intel immer gern herangezogenen UltraSparc-III-Prozessor/1050 MHz von Sun (701) klar hinter sich lassen.

Im Supercomputerbereich wird zur Performance-Einschätzung meist der Linpack verwendet (MP Linpack 10K). Hier kann sich der Itanium 2 in einem Vierfach-System mit 13 GigaFlops gut in Position bringen, etwa doppelt so schnell wie ein UltraSparc-III-System mit vier Prozessoren. In die Top500 der Supercomputer schafft es so ein Vierfachsystem allerdings noch nicht, hier leistet schon der letzte der Liste bereits 94,30 GFlops.

Gleitkommaberechnungen sind aber die Sonnenseite des Itanium-Prozessors, im für Server wichtigeren Integer-Bereich muss Intel mit geschätzten 700 SPECint2000base hingegen ziemlich kleine Brötchen backen, der hauseigene kleine Bruder Pentium 4 hat hier gar schon in inoffiziellen (übertakteten) Messläufen in der c't-Redaktion die 1000er-Marke überschritten, der Power4 liegt bei 804 und der derzeit schnellste Athlon 2100+ erzielt 720. Intel verweist darauf, dass der UltraSparc III-1050 noch um 30 Prozent langsamer sei.

Vor allem die Cache-Geschwindigkeit (3 MByte L2 integriert) und die Speicherbandbreite haben sich beim Itanium 2 gegenüber seinem Vorgänger (Codename Merced) drastisch erhöht. Der Stream-Benchmark erzielt hier mit 3,7 GByte/s etwa das 2,5-fache. MSC-Nastran soll um 90 Prozent schneller geworden sein.

Und dann gibts da noch Intel Lieblings-Benchmark für Itanium: verschlüsselte Websites (RSA SSL-C). Hier kann sich die EPIC-Architektur besonders vorteilhaft in Szene setzen und mit 720 Transaktionen/s pro Prozessor (im Zweiprozessorsystem) den UltraSparc-III deklassieren, der im 8-Prozessor-System insgesamt auf 552 Transaktionen/s, mithin auf 69 Transaktionen/s pro Prozessor kommt. Über die für Server aber vielleicht wichtigsten Benchmarks des Transaction Processing Performance Councils (TPC-xx) schweigt sich Intel allerdings aus.

Alle angegebenen Werte beruhen laut Intel auf Schätzungen. Zum Teil werden selbst real gemessene Werte vorsichtshalber als geschätzt ausgegeben, da beispielsweise die strikten Run Rules der SPEC verbindliche Termine für Verfügbarkeit und Dokumentation von Systemen und Compilern festlegen. (as)