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IDF: Konvergenz durch Silizium

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Intel will eine treibende Kraft sein, um Kommunikation und Computer zu verschmelzen, verkündete Intels designierter Chef Paolo Otellini bei seiner Eröffnungsrede zum Intel Developer Forum, das mit erwarteten 4000 Teilnehmern und nahezu 500 Journalisten etwas kleiner ist als die früheren Foren. Ein bisschen war die Spannung über Otellinis Keynote allerdings schon abgeklungen, denn auf Intels russischer Website war die Rede schon vorab veröffentlicht. Im Mobile-Bereich sollen Notebooks mit dem besonders Strom sparenden Banias-Prozessor und bestückt mit integriertem Wireless-LAN und Bluetooth (für Drucker etc.) für diese Konvergenz sorgen. Prototypen solcher Notebooks lagen von Gateway und Panasonic vor.

Microsoft, ein goldener Sponsor des IDF, bekam auch seinen Auftritt in Gestalt des Vizepräsidenten Jim Allchin, der Tablet PC und das Digital Media Center vorführte. Auch der traditionelle GHz-Event wurde nicht vergessen: Backstage, per Videokamera live übertragen, drehte ein Mitarbeiter den Takt von 4,1 auf 4,68 GHz hoch, wo dann ein Blue Screen einem noch höheren Takt einen Riegel vorsetzte.

Wichtiger aber als diese Labor-Demonstration war die von zwei netten Damen vorgeführte Hyperthreading-Demonstration, soll doch der damit versehene 3-GHz-Pentium 4 noch ins aktuelle Weihnachtsgeschäft eingreifen. Bei normaler Desktop-Software kann Hyperthreading vor allem dann punkten, wenn mehrere Applikationen gleichzeitig laufen, etwa wenn man im Hintergrund einen Film von der TV-Karte aufnimmt oder Videos rippt oder nach Viren sucht und man im Vordergrund ungestört weiterarbeiten möchte. Und so nebenbei zeigten die Intel-Damen, wie schlecht doch ein bisheriger Hyperthreading-freier Pentium 4 dazu eigentlich geeignet war.

Bei den "dicken Eisen" präsentierte Otellini ein paar Itanium-2-Systeme, vor allem das mit 32 Prozessoren bestückte TX7-System von NEC. Noch bevor wirklich Itanium-2-Systeme auf dem Markt verfügbar sind (Intel und HP haderten noch mit diversen Chipsatz-Problemen), macht jetzt schon der Nachfolger in 0,13 µm (mit 6 MByte integriertem L3-Cache) von sich reden. Wie man hinter den Kulissen hörte, hat der Prototyp zwar noch allerhand Probleme mit den Caches und "raucht" auch ab und zu mal ab -- allerdings nicht auf der Bühne, wo er den Itanium 2 bei einem Webserver-Benchmark um gut 25 Prozent übertraf. Madison soll im nächsten Jahr auf den Markt, was bei Intels Itanium-typischen Terminangaben wohl nur den Beginn einer langen Pilotphase bedeuten dürfte. (Erich Bonnert) / (wst)