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Computex

IDF: Mehr Details zum 4-Watt-Prozessor Diamondville

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Auf der CeBIT hat Intel bereits betont, stärker im Segment der Mini-ITX-Boards für besonders billige und auch besonders kompakte Desktop-Rechner aktiv werden zu wollen. Nun bestätigt Intel auf seinem Entwicklerforum IDF in Shanghai Pläne für eine "Nettop"-Platform '08, die aus einem Mini-ITX-Mainboard mit fest aufgelötetem Diamondville-Prozessor besteht. Das Kunstwort Nettop für einen einfach ausgestatteten Billig-PC korrespondiert mit den Netbooks, für die Intel die Basic Mobile Plaform '08 mit der Atom-Version N270 angekündigt hat.

Gerüchte über ein Mini-ITX-Board mit dem Codenamen Shelton'08 kursieren schon länger, nun liefert Intel technische Details nach. Im Juni – also wohl um den Termin der Computex Taipeh herum – soll die Plattform frühestens erscheinen. Zwei Prozessor-Varianten sind geplant, nämlich Einzelkerne mit 4 Watt und Dual-Cores mit 8 Watt TDP. Als Chipsatz empfiehlt Intel entweder den von SiS zugelieferten SiS671, der maximal 8 Watt konsumieren soll, während der 945GC bis zu 22 Watt benötigt. Auch wenn die typische Leistungsaufnahme der Chipsätze in der Praxis nur ein Bruchteil des Nominalwerts beträgt, zeigt das – wie bei den UMPCs übrigens auch –, dass die Leistungsaufnahme der Chipsätze den Kühlungsaufwand und den Energiebedarf des gesamten Rechners mittlerweile oft stärker beeinflusst als die CPU. Eigentlich hatte Intel angekündigt, dank des speziellen 65-nm-Fertigungsprozesses P1265 extrem sparsame Chipsätze liefern zu wollen.

Die IDF-Präsentation zur Nettop Platform '08 verrät dabei auch, dass Intel den sparsamen Diamondville-Prozessoren weniger Performance zutraut als etwa dem 1,2-GHz-Prozessor Celeron 220, der auf dem Mainboard D210GLY2 zum Einsatz kommt. Dieser schluckt allerdings mit 19 Watt TDP fast das Vierfache eines Einzelkern-Diamondville.

Wegen der geringen Leistungsaufnahme von CPU und Chipsatz sollen sich Systeme auf Basis der Nettop Platform '08 auch passiv, also ohne Lüfter kühlen lassen. Dieser Umstand kann sogar die Kosten des Systems senken, auch das Netzteil braucht nicht so viel Leistung. Hinzu kommt noch der Aspekt der besseren Umweltverträglichkeit. Allerdings stattet Intel die Nettop Platform '08 bewusst spartanisch aus, um den Absatz teurerer Produkte mit größerem Funktionsumfang nicht zu sehr zu gefährden: Auf einen DVI-Anschluss für digitale Monitore muss man ebenso verzichten wie auf einen PEG-Slot, lediglich ein PCIe-x1-Port oder ein PCI-Slot ist vorhanden. Der Hauptspeicher ist auf 1 bis 2 GByte (mit zwei DIMM-Slots) begrenzt. Auch die Performance der integrierten DirectX-9-Grafikkerne des 945GC oder SiS671 dürfte für die Aero-Glass-Oberfläche von Windows Vista bestenfalls knapp ausreichen, aber mit einer Diamondville-CPU macht Vista wahrscheinlich ohnehin keinen Spaß. Intel hat für die Nettops allerdings ohnehin eher Linux im Visier oder die bis 2010 lieferbare "Starter Edition" von Windows XP.

Bei Diamondville handelt es sich übrigens nicht um die Embedded-Version des Atom, die zusammen mit dem Ein-Chip-Chipsatz 945GSE (Poulsbo) als Menlow-Plattform etwa für Industrierechner vorgesehen ist.

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