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IDF: Mit weniger Energie zu mehr Leistung [Update]

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Wie erwartet hat Intels Chef Paul Otellini in seiner Keynote zum Intel Developer Forum (IDF) drei neue Prozessorfamilien für das kommende Jahr angekündigt, die alle auf einer neuen "Mikroarchitektur der nächsten Generation" basieren werden. Die Chips sind Abkömmlinge der ursprünglich für Notebooks entwickelten Pentium-M-Architektur. Diese ersetzt die Pentium-4- oder Netburst-Architektur, die bisher Grundlage der Desktop- und Server-Produkte ist. Schon in gut einem Jahr, der zweiten Jahreshälte 2006, sollen die ersten Produkte verkauft werden.

Paul Otellini bei seiner ersten IDF-Keynote als Intels CEO.

Die neue Architektur kommt aus einer 65-Nanometer-Fertigung. Dadurch und mit Hilfe der im Pentium M erprobten Techniken sollen sie enorme Energieersparnisse erzielen und gleichzeitig die Leistung hochtreiben. Alle Chips werden mit doppeltem CPU-Kern arbeiten. Die Gesamt-Leistungsaufnahme mobiler Computer will Intel auf unter 5 Watt drücken, erklärte Otellini. Desktop-PCs sollen noch zirka 65 Watt und Server 80 Watt verbrauchen. Dabei schneiden sie -- im Fall der Mobil- und Serverprodukte -- beim Verhältnis von Leistung per Watt mehr als dreimal besser, beim Desktop-Prozessor sogar fünfmal besser ab als die bisherigen Produkte.

Zu den Mobilgeräten mit den neuen Sparchips zählte Otellini außer leichten Notebooks auch Handheld-Rechner mit Windows-Betriebssystem, die eine vollgültige Desktop-Umgebung mitbringen sollen. Zur Demonstration zeigte er einen Handrechner in der Grösse eines Palm mit variabler Daumentastatur, der im Quer- oder Hochformat bedient werden kann. In der Intel-eigenen "Agenda 2010" erwähnte Otellini Mobil-Prozessoren, die bis zum Ende des Jahrzehnts nur noch 0,5 Watt verbrauchen sollen. [Update:] Dabei blieb Otellini allerdings genaue Definitionen schuldig -- nach Intels Ansicht benötigt ein Pentium M schon heute eine "typische mittlere Leistung" von nur 1 Watt. Der Stromhunger der gesamten Chip-Palette soll aber jedenfalls um das Zehnfache reduziert oder die Rechenleistung bei gleich bleibendem Energiebedarf um den Faktor 10 gesteigert werden. Otellini bestätigte offiziell die 65-nm-Prozessorkerne Merom, Conroe und Woodcrest und erwähnte, dass Intel bereits an mehr als zehn CPU-Projekten mit vier oder noch mehr Kernen arbeite.

Fragen nach einem Lizenzvereinbarung über einen Technologieaustausch mit dem Mobilgerätehersteller Research in Motion (RIM), wies Otellini zurück: Er wisse von keinem Deal. Der US-Fernsehsender CNBC hatte am Dienstagmorgen berichtet, RIM werde Intel-Chips für seine Blackberry-Geräte nutzen. Im Gegenzug komme RIM-Technologie bei Intels Entwicklungen für den Breitbandfunk Wimax zum Einsatz.

Siehe zum IDF Herbst 2005 auch:

(Erich Bonnert) / (anw)