Menü

IDF: Rabiater Rambus-Ramp (Update)

vorlesen Drucken Kommentare lesen 42 Beiträge

Intel hält unverdrossen an Rambus als Speichersystem der ersten Wahl bei Desktop-Systemen fest, auch wenn für den Pentium 4 SDRAM und DDR-RAM verfügbar sein wird. Das machte Intel-Fellow und emphatischer Rambus-Proponent Pete Williams unmissverständlich auf der traditionellen Memory Upgrade Session des Intel Developer Forum (IDF) klar.

Im Sommer soll zwar der Brookdale-Chipsatz für Pentium 4 mit SDRAM-Unterstützung herauskommen, aber wegen seiner beschränkten Bandbreite nur für den so genannten "Value"-Markt. Insgesamt erwartet Williams, dass Pentium-4-Systeme mit SDRAM nur ein Drittel des Gesamtmarktes für 2001 ausmachen dürften, was angesichts des späten Starts der preiswerten SDRAM-Konkurrenz ja so wenig nicht ist. Double-Data-Rate-Speicher (DDR-SDRAM), den Brookdale im ersten Halbjahr 2002 unterstützen soll, ist nur für Server vorgesehen. Und Intel wäre nicht Intel, wenn sich der Konzern einfach so den maßgeblich von AMD beeinflussten DDR-Spezifikationen unterwerfen würde. Hier hat Intel ähnlich wie seinerzeit bei PC133 eigene "Korrekturen" beziehungsweise "Klärungen" des vorhandenen JEDEC-Standards angemeldet.

Die geladenen Vertreter befreundeter Speicherhersteller standen Gewehr bei Fuß und verkündeten, den von Intel angekündigten aggressiven "Ramp" voll mitfahren zu wollen. Elpida, die Speichertochter von NEC und Hitachi, will ohne genaue Zahlenangaben den Rambus-Speicher aggressiv starten. Samsung, die Nummer eins im Speichergeschäft, will von 60 Millionen Rambus-Chips im Jahr 2000 auf 240 Millionen in diesem Jahr aufrüsten und erwartet etwa 30 Prozent Rambus-Anteil am Gesamtspeichergeschäft Ende des Jahres. Innovationsfreudig will Samsung dieses Jahr auch bereits mit Gigahertz-Rambus-Modulen aufwarten.

Am stärksten will sich aber Toshiba auf den hauptsächlich von Intel und Sony mit der Playstation 2 angeheizten Rambus-Markt stürzen. Von 20 Prozent Rambus-Speicher im ersten Quartal wollen die Japaner den Anteil auf 60 Prozent im 4. Quartal steigern – bekundeten sie zumindest auf dem IDF.

Im nächsten Jahr soll bei allen Speicherherstellern die Rambus-Wunderwaffe 4i ins Feld ziehen. 4i steht für vier unabhängige ("independent") Bänke. Aktuelle Rambus-Designs haben 16 oder sogar 2×16 Bänke, die jedoch paarweise einen gemeinsamen Vorverstärker (sense amplifier) benutzen und daher "dependent" (d) sind. Der Vorteil der 4i-Rambus-Chips ist, dass sie weniger Kontroll-Overhead und daher einen kleineren Chip-Kern (Die) benötigen, was sie preiswerter macht.

Aktuelle 16d-Rambus-Designs haben bis zu 25 Prozent größere Dies als SDR-RAMs; DDR-RAMs liegen je nach Organisation 5 bis 10 Prozent über den Single-Data-Rate-Brüdern. 4i-Rambus-Dies sollen nur ein paar Prozent über den SDR-RAMs liegen. Laut Williams führt die Reduzierung der Bänke bei 4i auch zu keiner Performance-Einbuße. Mit 4i, so rechnete Toshiba vor, bekommt Rambus das beste Preis/Leistungs-Verhältnis, wobei allerdings als Hauptfaktor die Anzahl gefertigter Chips in die Rechnung eingeht – und die will Toshiba ja massiv Richtung Rambus verschieben. (as/c't) (jow)