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IDF: Sparsame x86-Prozessoren sollen ARM & Co. verdrängen

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David Perlmutter, seit Kurzem Chef der Intel-Mobil-Sparte, gab auf dem IDF einen Überblick über kommende Prozessoren, Chipsätze und Komponenten für Mobilgeräte. Neben dem Ausblick auf die kommende Santa-Rosa-Plattform mit Ingredienzien wie WLAN, WiMAX, HSDPA, Robson-Cache und FSB800-Core-2-Duos brachte Perlmutter auch wieder die zur vorigen CeBIT eingeführten Ultra Mobile PCs (UMPC) ins Spiel. Gemeinsam mit Yahoo-Manager Marco Börries stellte Perlmutter einen UMPC mit spezieller Media-Oberfläche namens Yahoo Go vor. Das Referenzmodell ist für Schüler und Studenten gedacht, wiegt etwa 1 Kilogramm und ist gegen Stöße und Stürze gesichert. Es soll einen Fall aus einem Meter Höhe schadlos überstehen.

Im ersten Halbjahr 2007 – wieder zur CeBIT? – soll ein neuer UMPC-Prozessor kommen, der nur noch die Hälfte der elektrischen Leistung und dank kleinerem Gehäuse ein Viertel des Platzes benötigt. Zurzeit setzen Asus und Samsung Ultra-Low-Voltage-CPUs ein, die bei 900 MHz (Celeron M ULV 353) beziehungsweise 1 GHz (Pentium M ULV 723) mit 5 Watt Thermal Design Power (TDP) auskommen; die nächste Intel-UMPC-Chip-Generation soll sich also mit 2,5 Watt begnügen. Die typische mittlere Leistungsaufnahme solcher Prozessoren liegt im Betrieb übrigens deutlich unter diesen Werten; für die kompakten UMPCs ist das aber viel, weil der winzige Akku ja auch etwa noch Festplatte, Display und Funk versorgt.

UMPC-Referenzmodell mit Yahoo Go

2008 will Intel dann einen Prozessor liefern können, der nur noch ein Zehntel der Energie schluckt und ein Siebtel des Platzes belegt, noch später sind hoch integrierte System-on-Chip- (SoC-)Module geplant. Ziel ist es offenbar, Prozessoren mit Standard-x86-Befehlssatz den Weg in PDAs und andere Mobilgeräte zu ebnen, wo heute noch Stromspar-Architekturen wie ARM oder MIPS dominieren. Damit wird auch klar, weshalb Intel seine XScale-Sparte für verzichtbar hält – und AMD seine Alchemy-Sparte.

Perlmutter betont, dass aber nicht nur CPU und Chipsatz sparsam arbeiten müssen, wenn es um lange Batterielaufzeit geht, sondern alle Komponenten; deshalb kooperiere Intel schon seit Jahren mit den Herstellern anderer Mobilgeräte-Bauteile wie Displays, Akkus, Speicherchips oder Festplatten, um integrierte Lösungen zu finden. Neben dem Self-Refresh-Display erwähnte Perlmutter auch eine Technik, bei der das Display zwischen Interlacing- und Progressive-Scan-Betrieb umschalten kann, um Energie zu sparen. Auch die Robson-Technik (NAND-Flash-Puffer für die Festplatte, setzt wahrscheinlich ReadyBoost von Vista voraus) soll den mittleren Notebook-Energiebedarf um ein paar hundert Milliampere senken. Laut Perlmutter kann jedes eingesparte Ampere mittlerer Stromfluss beim aktuellen Stand der Akku-Technik die Laufzeit um 20 bis 30 Minuten verbessern.

Siehe zum Intel Developer Forum in San Francisco auch:

(Erich Bonnert) / (Erich Bonnert) / (ciw)

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