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IDF: Thunderbolt ab 2012 auch in Windows-Rechnern

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Der Thunderbolt-Controller dockt an der Southbridge an.

(Bild: Intel)

Laut Mooly Eden, dem Leiter von Intels PC-Sparte, kommen 2012 auch Windows-Systeme mit Thunderbolt-Anschluss auf den Markt, mindestens jedenfalls Ultrabooks von Acer und Asus. In zwei Präsentationen konnten sich IDF-Teilnehmer dann tiefer in die Thunderbolt-Details einarbeiten.

Intels Thunderbolt-Controller für Mainboards besitzen Eingänge für vier PCIe-Lanes und einen DisplayPort (DP). In Letzteren kann beispielsweise das Signal der Onboard-GPU eingespeist werden, während die vier PCIe-Lanes üblicherweise mit der Chipsatz-Southbridge verbunden werden dürften. "Am anderen Ende" des Thunderbolt-Kabels, also etwa in einem Thunderbolt-Display, einem externen Massenspeicher oder einer PCIe-Adapterbox, sitzt wieder ein Thunderbolt-Controller: Dieser besitzt vier PCIe-x1-Ports, einen DP-Ausgang sowie einen Thunderbolt-Switch, um das Thunderbolt-Signal über eine zweite Buchse an ein weiteres Thunderbolt-Gerät weiterleiten zu können.

Thunderbolt bildet letztlich nur einen Tunnel für PCIe und DP

(Bild: Intel)

Aus Sicht des Betriebssystems sehen die Thunderbolt-Controller jeweils wie PCIe-Bridges aus, sie funktionieren mit Standardtreibern. Anders kann das bei den via Thunderbolt, also PCIe, angebundenen Controller-Chips in den externen Geräten sein: Hier können beispielsweise USB-3.0-xHCI-Bausteine sitzen oder welche für Gigabit Ethernet, FireWire 800 oder auch komplette Grafikchips. Für diese muss das Betriebssystem (Hot-Plugging-taugliche) Treiber laden.

Ben Hacker von Intel stellt klar, dass Thunderbolt – wie man das beim optischen Entwicklungsvorläufer Light Peak mit vier Fasern auch sehen konnte – vier 10-GBit/s-Kanäle bereitstellt, also je zwei pro Datentransferrichtung. Die Übertragung erfolgt mit 10,3125 GBit/s brutto und einer 66/64-Bit-Codierung, also 10 GBit/s netto. Der Controller entfernt die 8-Bit-10-Bit-Kodierung der eingespeisten PCIe-2.0-Signale und stellt jene der ausgehenden Signale wieder her. Anders ausgedrückt: Sofern das DisplayPort-Signal keine Datentransferrate aufzehrt, überträgt ein Thunderbolt-Kabel die gesamte Nettoleistung von vier PCIe-2.0-Lanes, also 2 GByte/s pro Datentransferrichtung (500 MByte/s pro Lane und Richtung). Die aktiven elektrischen Kabel, für die Apple zurzeit knapp 50 Euro verlangt, können bis zu 3 Meter lang werden.

Hacker erklärte auch, dass alle miteinander verbundenen Thunderbolt-Chips mit einem synchronen Taktsignal arbeiten, um Laufzeitprobleme zu vermeiden. Dieser Timer soll über die maximal 7 "Hops" einer Thunderbolt-Gerätekette auf 8 Nanosekunden genau arbeiten. Weitere Thunderbolt-Details liefert die Webseite thunderbolttechnology.net. Intel erwartet, dass mit der weiteren Verbreitung der neuen Schnittstelle auch das Angebot an kompatiblen Peripheriegeräten wächst. (ciw)

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