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IFA 2015: Smartwatch Huawei Watch im Hands-On

Huawei zeigt auf der IFA seine erste Android-Smartwatch und die ist überraschend edel und teuer ausgefallen. Wir haben die Uhr mit wirklich rundem AMOLED-Display sowie schickem Metallgehäuse ausprobiert.

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Huawei Watch

(Bild: asp)

Von
  • Alexander Spier

Die Huawei Watch ist das Best-Of-Album unter den Android-Smartwatches. Sie vereint das tatsächlich runde AMOLED-Display der LG Watch Urbane mit dem dezenten Äußeren der Moto 360 und packt die bewährte Technik der restlichen Android-Wear-Uhren dazu. Billig ist die Zusammenstellung allerdings nicht: Mit mindestens 400 Euro ist die Watch auch die teuerste reguläre Uhr mit Android. Wer echtes Gold auf dem Gehäuse will, zahlt gar 800 Euro.

Dafür legt die HUawei Watch aber selbst in der günstigeren Variante einen ziemlich edlen Auftritt hin. Sie bekommt das Verhältnis aus Display- und Gehäusegröße so gut wie bisher kaum eine andere Smartwatch hin. Mit 42 Millimetern Durchmessern gehört sie zu den kleineren Geräten, trotzdem quetscht Huawei einen 1,4-Zoll-Bildschirm (ca. 36 Millimeter) ins Gehäuse. So wirkt die Uhr am Arm tatsächlich weniger klunkerhaft und dank dünnem Displayrand fällt die Smartwatch nur dem Kenner beim ersten Blick auf. Ähnlich dezent ist bisher nur die neue Version der Moto 360, die Motorola ebenfalls auf der IFA zeigt.

Der Moto 360 hat die Huawei Watch allerdings das schickere Display voraus. Denn zum einen gibt es hier keinen platten Reifen, also den unschönen Rand unten am Ziffernblatt. Zum anderen ist das Display mit je 400 Pixeln in Breite und Höhe noch mal ein kleinen Tick schärfer. Das AMOLED-Display ist sehr farbkräftig, ziemlich hell und dürfte daher auch draußen bei Sonnenschein noch ablesbar bleiben. Besonders dunklen Uhrenblättern kommt zudem das tiefe Schwarz der OLED-Technik zu gute.

Huawei Watch ausprobiert (6 Bilder)

Huawei Watch oben

Ein schickes und großes AMOLED-Display und ein dünner Rand sorgen für ein attraktives Äußeres.
(Bild: asp)
Smartwatches auf der IFA 2015

Etwas enttäuschend fällt die Materialanmutung aus. Zwar sieht das gebürstete Aluminium durchaus schick aus, doch in der schwarzen Version kommt das kaum zur Geltung. Huawei kaschiert auf den Pressebildern nämlich sehr gut, dass das Gehäuse aus drei Teilen mit klar sichtbaren Übergängen besteht. Der erhöhte Rand ums Display ist sicherlich Geschmackssache, sieht aber ebenfalls deutlich aufgesetzt aus. Da die Rückseite mit dem optischen Pulsmesser zum Teil aus Kunststoff gefertigt ist, fehlt zudem die Rückmeldung auf der Haut, dass man hier wirklich eine hochwertige Metalluhr am Armgelenk trägt.

Nicht testen konnten wir die Kratzfestigkeit des Saphirglas vor dem Display. Optisch und bei der Benutzung fiel uns kein gravierender Unterschied zu anderen Smartwatches auf.

Der kleinere Gehäusedurchmesser hat ein paar technische Nachteile: So ist die Uhr im Verhältnis recht dick (11 Millimeter) und der Akku fasst nur 300 mAh, was für anderthalb Tage Laufzeit reichen soll. Geladen wird er über Pins auf der Rückseite der Uhr und die mitgelieferte Ladestation. Die ist angenehm klein und wird mithilfe von Magneten mit der Uhr verbunden. Daher lässt sie sich auch ohne viel Aufwand wieder lösen.

Huawei Watch Ein erster Eindruck von der Huawei-Smartwatch.

Das Lederarmband gab sich anfangs etwas widerspenstig, nach ein paar mal Ab- und Anlegen legte sich das aber. Huawei bietet die Uhr in zahlreichen Variationen an, sowohl mit Leder als auch mit Metallarmbändern. Sie lassen sich gegen beliebige andere Armbänder mit 18-Millimeter-Steg tauschen.

Keine Überraschung hält die Software bereit: Android Wear funktioniert genauso gut wie bei der Konkurrenz, die zusätzlichen Ziffernblätter und die eigene Tracking-App sind schick gemacht, aber inzwischen auch kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Auch in Sachen Performance zeigte sich kein Unterschied, denn in der Huwaei Watch steckt der gleiche Vierkern-Prozessor wie in den anderen Uhren. (asp)