Menü

IG Metall und ver.di legen ihren Streit bei IBM bei

vorlesen Drucken Kommentare lesen 10 Beiträge

Mit einem salomonischen Urteil ist der Streit der Gewerkschaften IG Metall und ver.di um die Zuständigkeit für den Computerriesen IBM beendet worden. Künftig sollen beide Gewerkschaften gemeinsam für die Tarifpolitik bei der deutschen Tochter des amerikanischen Konzerns verantwortlich sein, die Vertragsführung liegt bei ver.di. "Die Aufhebung der Konkurrenz ist die Idee von Gewerkschaften", teilten Michael Sommer und Jürgen Peters, stellvertretende Bundesvorsitzende von ver.di und IG Metall, am Donnerstag in Berlin mit.

Die Vereinbarung zwischen den beiden Gewerkschaften kam anlässlich einer Sitzung des obersten DGB-Schiedsgerichts am Mittwoch zu Stande. Auslöser des Streits war ein IBM-Tarifvertrag zur Qualifizierung, den die DAG im Namen der neu fusionierten Gewerkschaft ver.di im Frühjahr unterzeichnet hatte und der die IG Metall verärgerte. Nach einer allgemeinen Übereinkunft sind die ver.di-Gewerkschaften innerhalb der IT-Branche für den Bereich Telekommunikation zuständig, die IG Metall für den Rest.

Der frühere Chef von IBM Deutschland und ehemalige BDI-Präsident Hans-Olaf Henkel hatte sich Anfang der 90er-Jahre geweigert, in dem Unternehmen die 35-Stunden-Woche einzuführen und trat aus dem Arbeitgeberverband der Metallbranche aus. Zuflucht fand er bei der IG-Metall-Konkurrenz DAG, die damals noch nicht zum Gewerkschaftsbund DGB gehörte. Ein weiterer prominenter Streitfall zwischen ver.di und IG Metall beim Thema Zuständigkeit ist die ehemalige DaimlerChrysler-Tochter debis Systemhaus, die inzwischen an die Deutsche Telekom verkauft wurde. (dpa) / (jk)