IMDb schließt Filmforen und macht sie unzugänglich

IMDb hat seine Film-Foren geschlossen und sie unzugänglich gemacht. Damit reiht sich IMDb ein in eine Reihe von Seiten, die ihre Kommentarfunktionen abschalten und stattdessen auf soziale Netzwerke verweisen. Viele Film-Fans reagieren mit Unverständnis.

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Bild einer Kampagne zur Rettung der IMDb-Filmforen.

Von
  • Martin Fischer

Die Online-Film-Datenbank IMDb hat zum heutigen 20. Februar all ihre Diskussionsforen geschlossen. Die Internet Movie Database hatte den Schritt bereits vor Anfang Februar angekündigt und damit begründet, dass die Foren keine positive Erfahrung mehr für die mehr als 250 Millionen Nutzer der Filmdatenbank böten. Man habe die Entscheidung sorgfältig abgewogen.

Daraufhin reagierten viele Film-Fans im Netz mit Unverständnis, machten ihren Ärger über soziale Netzwerke Luft und starteten Petitionen gegen das Abschalten der Foren. Geholfen hat das alles nicht, die Foren sind ab sofort nicht mehr erreichbar. Auch das private Nachrichtensystem ist von der Abschaltung betroffen.

Statt der Foren findet man nun nur noch folgende Mitteilung: "The IMDb message boards were disabled on February 20, 2017. This included the Private Message system. IMDb is passionately committed to providing innovative ways for our hundreds of millions of users to engage and communicate with one another. We will continue to enhance our current offerings and launch new features in 2017 and beyond that will help our customers communicate and express themselves in meaningful ways while leveraging emerging technologies and opportunities."

Damit tritt IMDB in die Fußstapfen zahlreicher Webseiten, die ihre Kommentarfunktionen abschalten – die Begründungen reichen üblicherweise von zu viel Trolling bis hin zu Rassismus und Sexismus. Kritiker der Entscheidung führen an, dass IMDb schlicht mehr Moderatoren hätte einstellen und verhindern sollen, dass sich Nutzer mehrere Accounts erstellen können.

IMDb verweist stattdessen auf seine Facebook-Seite und die Auftritte auf Twitter, Snapchat, Pinterest und Youtube – diese können allerdings allein aufgrund ihrer Struktur keinen wirklichen Ersatz für die einzigartigen Diskussionsforen bieten.

Mit den IMDb Message Boards geht eine Ära für Film-Fans zu Ende – schließlich gibt es im Internet kein vergleichbares Angebot, das zu quasi wirklich jedem Film und jedem Darsteller ein separates Diskussionsforum bereitstellt. So war es bei vielen Fans üblich, nach dem Anschauen eines Films auf IMDb zu surfen, eine Bewertung abzugeben und den Diskussionen im jeweiligen Film-Forum zu folgen. Im ursprünglichen Statement vom Februar erklärte IMDb: "We regret any disappointment or frustration IMDb message board users may experience as a result of this decision.”

IMDb wurde im Jahr 1990 von Col Needham gegründet, der Newsgroup-Listen über Filme, Schauspieler und Regisseure zusammenführte; die Message Boards wurden vor 16 Jahren eingeführt. Sie waren seither ein integraler und einzigartiger Bestandteil der IMDb. (mfi)