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IP-Adressen für die Eitelkeit

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Mit der Umstellung des Internets auf den Standard IPv6 stellen IP-Adressen keine knappe Ressource mehr dar. Dafür werden die leichter merkbaren Domain-Namen knapp. Versuche, den Namensraum durch zusätzliche Top-Level-Domains zu erweitern, verlaufen teilweise unbefriedigend. Nun tritt die in Luxemburg für die Vergabe von Domains und Adressen zuständige Behörde mit einem neuen Verfahren auf den Plan, das nicht nur den Namens-Engpass weitet, sondern auch DNS-Server überflüssig macht.

Die Administration Publique des Réseaux IP in Luxemburg hat einfach das Prinzip der Vanity-Telefonnummern auf IPv6-Adressen übertragen. Bei den Vanity-Telefonnummern werden Ziffern durch einen der Buchstaben ersetzt, die auf derselben Taste liegen, "google" entspricht beispielsweise der Nummer 466453. Analog bringen die Luxemburger in 16 Bytes der IPv6-Adresse ebenso viele Zeichen unter.

Für die Auflösung dieser Vanity-Namen zu IPv6-Adressen sind, ähnlich wie anfangs bei den Umlaut-Domains, Browser-Plug-ins erforderlich. Doch ein Sprecher der Administration äußerte auf Anfrage von heise online die Hoffnung, dass das neue Namensschema ähnlich schnell in neue Browser-Versionen einzieht wie Punycode. Man verhandele bereits mit der Mozilla Foundation und mit Microsoft. Von Opera ist allerdings noch nicht die Rede.

Von der Registrierung der Vanity-Namen und zugehörigen Adressen erhofft sich die Luxemburger Behörde zusätzliche Gebühreneinnahmen. Doch wer am bereits laufenden Probebetrieb teilnimmt, soll seine Wunschadresse kostenlos bekommen. Unter http://87.106.6.194/cgi-bin/vanityip_de läuft eine deutschsprachige Vorabversion der Registrierungssoftware. Bei ersten Tests zeigte sich, dass sie zwar mit französischen Akzentzeichen zurechtkommt, aber auf deutsche Umlaute noch nicht eingestellt ist. (jk)

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