IPTC-Studie zum Umgang mit Metadaten sozialer Netzwerke

Eine Studie des International Press Telecommunications Council (IPTC) zeigt, wie verschieden soziale Netzwerke das geistige Eigentum von Fotografen schützen.

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Von
  • André Kramer

Eine Studie des International Press Telecommunications Council (IPTC) zeigt, wie verschiedene soziale Netzwerke mit Metadaten in Fotos umgehen. Das ist gerade für professionelle Fotografen interessant, die durch Informationen zum Urheberrecht in Form von IPTC-Daten die Nutzungsrechte an ihren Fotos geltend machen wollen. Nach deutschem Urheberrecht muss beim Veröffentlichen eines Werkes der Urheber außerdem angegeben werden.

Im Rahmen der Studie untersuchte der Verband das Verhalten nach dem Foto-Upload von 15 verschiedenen Webseiten, darunter Facebook, Google+, Twitter, Flickr, Dropbox, 500px, Tumblr und Pinterest. Dabei unterschieden sie zwischen den technischen EXIF-Daten aus der Kamera, den vom Nutzer ergänzten inhaltlichen IPTC-Daten und speziell den "4C", also den für die Urheberschaft und zur Beschreibung wichtigsten Daten mit den Bezeichnungen Copyright, Credit, Creator und Caption.

Den Testern war wichtig, ob die Daten nach dem Upload angezeigt wurden, ob sie nach dem Sichern derselben Daten auf dem lokalen Rechner noch vorhanden waren, und ob sie nach dem Download über die Bedienoberfläche der Webseite noch vorhanden waren. Die Ergebnisse stehen im Web in Form einer kompakten Tabelle zur Ansicht

Das Ergebnis in Kürze: Facebook, Flickr und Twitter entfernen Metadaten beim Veröffentlichen vollständig. Google+ erhält die Metadaten, ebenso Tumblr und Dropbox. Insbesondere bei den getesteten sozialen Netzwerken spiegelt das die Nutzungsbedingungen von Facebook und diejenigen von Google+ wieder. Während Google+ darauf hinweist, dass die eingeräumten Rechte ausschließlich der Bereitstellung der genutzten Dienste dient, fehlt dieser Hinweis bei Facebook.

Der Managing Director of the IPTC, Michael Steidl, kritisiert, dass der Nutzer nichts davon erfährt, dass seine Daten gelöscht werden. Die Fotos werden durch durch das Löschen von Metadaten zu so genannten "Orphan Works" gemacht: "Wenn zu einem Werk keine Urheberangaben zu finden sind, kann man dieses Werk in immer mehr Ländern ohne jegliche Lizenzierung benutzen", sagte Steidl gegenüber heise online.

Nun kann man argumentieren, dass man aus den Metadaten allerhand ausspionieren kann, und die Daten zum Schutz des Nutzers entfernt werden. Wer seine Fotos allerdings bewusst mit Urheberrechtsangaben versieht, hat in der Regel ein Interesse daran, dass diese auch weiterhin bestehen. Nutzern von Facebook, Flickr und Twitter bleibt zur Wahrung ihrer Interessen nur der Griff zum Wasserzeichen. (akr)