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IPTV-Dienst waipu.tv: Mehr Funktionen, Streaming-Clients und Sender

Künftig ermöglicht der Dienst unter anderem Serienaufnahmen, unterstützt Amazons Fire TV und speist Web-Video-Dienste wie Rocket Beans TV ein.

IPTV-Dienst waipu.tv: Mehr Funktionen, Streaming-Clients und Sender

(Bild: Exaring AG)

Ende 2016 startete mit "waipu.tv" ein IPTV-Angebot, das mit fast jedem beliebigen Breitband-Internet-Anschluss funktioniert, aber die Verlässlichkeit und Bildqualität eines Kabelanschlusses bieten soll. Erstes TV-Empfangsgerät daheim ist ein mit dem WLAN verbundenes Smartphone. Mit einer Wischbewegung übergibt man das Bild an einen mit dem TV verbundenen Streaming-Client vom Typ Google Chromecast. Hinter waipu.tv steht die Exaring AG, an der Freenet mit rund 25 Prozent beteiligt ist.

Technisch möglich wird der Dienst dadurch, dass der Anbieter Zugriff auf einen mehr als 12.000 km langen Glasfaser-Ring hat, der sich durch weite Teile Deutschlands zieht. Laut Exaring erreichte man über Hunderte von Knotenpunkten zu DSL- und Kabelnetzen schon beim Start 23 Millionen Haushalte. Die TV-Daten laufen laut Dienst an den Internet-Knoten vorbei und werden erst in der Nähe des Haushalts in den bestehenden Breitband-Anschluss des Nutzers eingespeist.

Serienaufnahme lassen sich bei waipu.tv nun mit einem Klick in der Smartphone-App des Dienstes einrichten.

(Bild: Exaring AG)

Nachdem verschiedene Startschwierigkeiten – darunter die von c't im Test beobachteten Empfangsstörungen im Kabelnetzen von Vodafone (ehemals Kabel Deutschland) – mittlerweile aus dem Weg geräumt sind, startet Exaring bei waipu.tv in dieser Woche die zweite Phase.

Neu ist zunächst die Möglichkeit von Serienaufnahmen: Auf Knopfdruck werden nun alle zukünftig ausgestrahlten Folgen einer Fernsehserie aufgenommen – und zwar kanalübergreifend. In der Cloud des Dienstes landen dabei auch alte Episoden, die irgendwo als Wiederholungen laufen. Bereits aufgenommene Teile werden nach Angaben des Dienstes aber automatisch erkannt und deren Speicherung verworfen. Die Serienaufnahmen lassen sich in allen Paketen ohne Aufpreis erstellen.

Für alle Varianten des Amazon-Streaming-Clients Fire TV (inklusive Stick) gibt es nun eine waipu.tv-App. Die Bedienung der waipu.tv-App kann über die Fernbedienung des Fire TV erfolgen, wobei alle üblichen Funktionen des Dienstes wie einen elektronischen Programmführer (EPG), Pause und Zugriff auf Aufnahmen unterstützt werden. Allerdings erscheint der Fire TV auch als Ziel in der waipu.tv-App auf dem Smartphone (Android oder iOS), sodass sich Fernsehprogramme an diesen Client übergeben ("waipen") lassen.

Exaring hat die Umschaltzeiten nach eigenen Angaben für die Nutzung des Fire TV optimiert. Tatsächlich wechselte das System bei der Präsentation zwischen den benachbarten Kanälen in unter einer Sekunde. Es ließ sich also tatsächlich wieder durch die Programme zappen.

Ab Mai will waipu.tv dann Special-Interest-Angeboten aus der Web-Video-Welt eine TV-Heimat bieten. Exaring sieht seine Plattform dabei als "echte Alternative zur ungeliebten Abhängigkeit von US-Monopolisten" wie YouTube und schafft nach seiner Ansicht "damit einen Ausweg aus dem Online-Monetarisierungs-Dilemma". Die TV-Werbewelt würde wiederum verlorene Zielgruppen am Fernseher zurückgewinnen.

Zum Start stehen drei führende Sender in Deutschland bereit: der 24/7-TV-Kanal von Rocket Beans, ein "Best of" des Multi Channel Networks Mediakraft Networks sowie Highlights der Bayernliga vom Bayerischen Fußball-Verband (BFV). Behandelt werden die Programme Web-Video-Anbieter wie TV-Sender, weshalb auch alle Funktionen wie Timeshift und Aufnahmen zur Verfügung stünden.

Mit der steigenden Anzahl von TV-Sendern beziehungsweise Web-Video-Anbieter dürfte der elektronische Programmführer (EPG) in der App schnell unübersichtlich werden. Dieser Problematik ist sich Exaring bewusst – und kündigte daher bei der Präsentation der Web-Video-Angebote auch gleich an, künftig eine Funktion zu integrieren, mit der sich die Sender im Programmführer nach eigenem Geschmack sortieren lassen.

Lau Exaring wird es seitens des Dienstes bei den Web-Video-Anbieter keine Begrenzung hinsichtlich der Bildqualität geben. Allerdings könnte es vorkommen, dass diese unter der gewöhnlicher TV-Sendungen liegt – was aber eben dem Produktionsetat der Inhaltelieferanten geschuldet sei.

Am anderen Ende will Exaring aber eine Bildqualitätsoffensive starten und künftig über waipu.tv bundesweit ultrahochaufgelöstes Fernsehen (UHD-TV) bieten – und zwar wiederum mit dem kompletten Funktionsumfang, die die Plattform bietet. Aktuell sei man auf der Suche nach passenden Inhalten, die beispielweise aus den Bereichen Dokumentationen, Reportagen und Extremsport kommen könnten.

Als Datenrate peilt der Dienst Werte zwischen 10 und 20 MBit/s pro Kanal an; eine Vorführung lief mit 15 MBit/s. Bei den Codecs zeigte sich Exaring offen: Genutzt werde können, was die Empfangsgeräte unterstützen – also beispielsweise H.265 und VP9. Als Streaming-Clients sind aktuell Chromecast Ultra, Fire TV 2 und Android-TVs im Visier.

Ebenfalls kündigte Exaring die Sprachsteuerung von waipu.tv über digitale Assistenten an. Demonstriert wurde danach der Funktionsumfang an Amazons vernetzten Lautsprecher Echo, der Dienst will aber auch Google Home unterstützen.

Über Amazons Alexa lässt sich mittels einfachen Befehlssätzen der Fernseher künftig ein- und ausschalten sowie ein Kanal ansteuern. In letzterem Fall lässt sich dabei der Sendername nutzen, beispielsweise mit dem Satz "Fernseher umschalten auf ZDF mit waipu". Auch das Pausieren und Fortsetzen einer Wiedergabe ist per Sprachkommando war bereits möglich; die Steuerung von Aufnahmen und eine Möglichkeit, TV-Tipps abzurufen, ist geplant. (nij)

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