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IPv4-Adressmangel: Amerikaner führen Warteliste

ARIN hat die vierte und letzte Phase des Auslaufens der IPv4-Adressvergabe eingeleitet. Erstmals konnte Zuteilungsantrag nicht positiv erledigt werden.

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Leere Racks

Wer keine Adressen hat, kann nichts anschließen. Der Einsatz von IPv6 würde helfen.

(Bild: Patrick Finnegan CC-BY 2.0 )

Der Mangel an IPv4-Adressen ist in Nordamerika vergangene Woche akut geworden. Zum ersten Mal konnte die Adressverwaltungsorganisation ARIN einem Antrag auf Adresszuteilung nicht voll nachkommen. Es gab einfach nicht mehr genug frei verfügbare IPv4-Adressen. Daher musste ARIN eine Warteliste einrichten. Sie schafft aber auch keinen zusätzlichen Adressraum herbei.

ARIN hat kaum noch IPv4-Adressen zu verteilen.

(Bild: ARIN Screenshot)

Wer jetzt bei der ARIN noch Anträge auf IPv4-Adressen stellt, muss sich mit einem ziemlich kleinen Adressblock begnügen, oder auf eine Warteliste setzen lassen. Derzeit verfügt ARIN noch über wenige Dutzend /23-Blöcke (512 IP-Adressen) und einige Hundert /24-Blöcke (256 IP-Adressen). In Summe entspricht das weniger als einem Prozent eines /8-Blocks.

Für die Wartenden auf der Liste kann ARIN nur dann etwas tun, wenn jemand Adressen zurückgeben sollte. Provider mit IPv4-Adressbedarf werden daher auch versuchen, auf dem Transfermarkt jemanden zu finden, der Adressen abgeben möchte.

ARIN weist darauf hin, dass im IP-Adressraum nach Version 6 kein Mangel an freien Adressen herrscht. Die fortschreitende Verbreitung von LTE erleichtert es zumindest den Mobilfunkern, IPv6 einzusetzen. Denn bei älteren Mobilfunk-Generationen halten die Netzlieferanten noch einmal die Hand auf, wenn der Netzbetreiber IPv6 einschalten möchte.

Zur ARIN-Region zählen neben Kanada und den USA samt bestimmter US-verwalteter Gebiete auch eine Reihe von Karibikinseln. Dazu kommen weitere Inseln wie Bermuda und die französische Inselgruppe St. Pierre et Miquelon im Nordatlantik oder St. Helena im Südatlantik. Auch die Antarktis gehört zur Nordamerika-Region im Internet. (ds)