IS4WCN: Netzwerke in Gemeinschaftshand

Der International Summit for Community Wireless Networks diskutiert über Bürger-Funknetze, deren Technik und ihren Auswirkungen auf staatliche Zensur. Die Teilnehmer feiern aber auch den 10. Geburtstag des Freifunk-Projekts.

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Von
  • Friederike Maier

Die Freifunk-Hardware der vergangenen 10 Jahre

(Bild: Friederike Maier )

Passend zum 10. Geburtstags des Freifunk-Projektes findet noch bis zum heutigen Freitagabend der International Summit for Community Wireless Networks (IS4CWN) in Berlin statt. Dabei haben sich etwa 180 Teilnehmer aus 25 Ländern von allen bewohnten Kontinenten im Berliner Hackerspace c-base und dem angrenzenden Europäischen Theaterinstitut zusammengefunden, erklärte das Open Technology Institute (OTI), das den Summit bereits seit 2004 organisiert.

Ebenso breit wie die geographische Verteilung der Teilnehmer streuen sich auch die Themen: Sie reichen von Überlegungen, wie Irans digitale Blockade mithilfe von Community-Netzwerken durchbrochen werden könne, neuen Entwicklungen bei Netzwerkmesswerkzeugen für die Optimierung des Durchsatzes, über Community-GSM-Netze in Mexiko bis hin zu optischen Open-Source-Kommunikationssystemen aus Slowenien. Neben den technischen Themen diskutierten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen aber auch über Ansätze, mehr Frauen für die Arbeit in den Community-Netzen zu begeistern, über alternative Geschäftsmodelle oder den Einsatz von Wireless-Netzwerken in Katastrophengebieten. Mit einer Freifunk-Retrospektive blickte die Veranstaltung zudem auf zehn ereignisreiche Jahre zurück.

Der besondere Reiz der Veranstaltung liege im Austausch der sehr verschiedenen Projekten mit ihren jeweils unterschiedlichen Stärken, beschreibt Jürgen Neumann von Freifunk Berlin seine Eindrücke. Das bringt auch der zum Jubiläum gedrehte Film zum Ausdruck, der sehr anschaulich zeige, um was es bei Freifunk und ähnlichen Projekten gehe.

Worum es bei Freifunk geht ...

Das Konferenznetzwerk der IS4CWN besteht nicht aus herkömmlichen Routern, sondern wird mit der vom OTI entwickelten Commotion-Technik betrieben und dient zudem als Beta-Test der in Kürze erscheinenden neuen Ausgabe der Software. Neben zeitweise etwas schmalbandigem Internetzugang bietet das Netzwerk auch verschiedene lokale Dienste an. So lassen sich im Konferenz-Etherpad kollaborativ Gedanken notieren oder Vorhaben beschreiben und eine von Tidepools erstellte interaktive Karte der Veranstaltungsorte und der näheren Umgebung zeigt, wo aktuell Veranstaltungen laufen. Außerdem lässt sich die Veranstaltung im Internet per Live-Stream verfolgen, Mitschnitte will der Veranstalter später auf der Webseite der c-base veröffentlichen. (rek)