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ISDN-Anwendungen für Bluetooth

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Bluetooth, die Kurzstreckenfunktechnik, die PCs, Laptops, Handys, PDAs, Drucker und andere Peripheriegeräte über eine einheitliche Schnittstelle drahtlos zu koppeln vermag, kann künftig auf das reichhaltige Anwendungsangebot aus der ISDN-Welt zurückgreifen. Dafür gibt es seit kurzem ein eigenes Bluetooth-Anwendungsprofil namens CIP, Common ISDN Access Profile. Ein entsprechendes PDF-Dokument kann man vom Bluetooth-Server kostenlos laden.

Zwar gibt es schon länger Bluetooth-Geräte, die den drahtlosen Kontakt zum ISDN-Netz vermitteln, etwa ISDN-Modems der Firma Com One, doch werden sie vom PC aus lediglich über die Bluetooth-üblichen virtuellen seriellen Schnittstellen angesprochen (Com-Ports). Auf Com-Ports setzen virtuelle Bluetooth-Modems auf, auf die das DFÜ-Netzwerk von Windows über Bluetooth-Modem-Skripte zugreift. So lässt sich ISDN bisher jedoch nur für wenige Anwendungen nutzen, hauptsächlich für den Zugang zum Internet. Der Großteil der übrigen ISDN-Dienste, als Beispiel sei nur die Sprachübertragung genannt, liegt brach.

Mittels der CIP-Spezifikation sollen Hersteller nun spezielle Schnittstellen in ihren Bluetooth-Geräten bauen können, sodass auch Anwendungen, die auf der ISDN-eigenen Software-Schnittstelle CAPI aufsetzen (Common ISDN Application Programmers Interface), von der Drahtlos-Technik Bluetooth profitieren können. Dazu gehören Faxprogramme, Anrufbeantworter, Telefonieanwendungen oder auch Monitore, die zum Beispiel ein- und ausgehende Rufe erfassen oder den berüchtigten 0190er-Dialern Schranken vorsetzen.

Besonders interessant erscheint der Ansatz, der in CIP definiert ist, weil damit die CAPI-Schnittstelle und CAPI-Anwendungen nicht mehr wie bisher in einem Gerät, dem PC, vereint sind. Vielmehr zieht das CAPI bei Bluetooth in den nur per Funk erreichbaren ISDN-Adapter ein, während die Anwendungen auf dem PC verbleiben. Die Anwendungen kommunizieren zwar wie bei herkömmlichen ISDN-Lösungen mittels CAPI-Messages mit der Hardware, doch befördert nun Bluetooth die Kommandos zwischen CAPI und Programmen. Erst der CAPI-Bluetooth-Adapter generiert D-Kanalnachrichten, um zum Beispiel Daten- oder Sprachverbindungen aufzubauen – so wie eine im PC installierte ISDN-Karte. Da dabei CAPI-Messages per Funk befördert werden, muss auch die CAPI-Spezifikation etwas erweitert werden, um zum Beispiel zu berücksichtigen, dass Nachrichten auf dem Funkweg verloren gehen können, oder verzögert eintreffen.

Ein erstes Bluetooth-Gerät mit CIP-Profil gibt es bereits seit geraumer Zeit, den BlueFritz! AP-X aus dem Hause AVM – weil die Entwicklung des CIP-Profils im wesentlichen AVM vorangetrieben hat. Entsprechend gibt es für den AP-X die gesamte Bandbreite an ISDN-Anwendungen, die schon herkömmliche ISDN-Adapter von AVM nutzen. Weitere Hersteller haben aber bereits Interesse bekundet, CIP in ihre Geräte einzubauen. (dz)

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