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ISEE-3/ICE: Triebwerke der einst verschollenen Sonde gezündet

Einem Team aus Forschern und Programmierern ist es gelungen, zwei Triebwerke der jahrelang verschollenen Sonde ISEE-3/ICE zu zünden. Der erste Triebwerkslauf seit 1987 verlief erfolgreich.

Im November 1976 fanden Tests von ISEE-3 im Goddard Space Flight Center der NASA statt.

(Bild: NASA)

Die Gruppe von Enthusiasten, die Kontakt zur jahrelang verschollenen Sonde ISEE-3/ICE aufgenommen hat, konnte einen weiteren großen Erfolg verbuchen. Sie zündete in der vergangenen Nacht erfolgreich die Triebwerke (Thruster) A und B. Das Manöver erhöhte die Eigenrotation des 1978 gestarteten Raumfahrzeugs von zuvor 19,16 auf 19,76 Umdrehungen pro Minute und damit auf einen Wert, der innerhalb der Toleranzschwelle der ursprünglichen Missionsparameter (19,75 ± 0,02) liegt.

Ein erster Versuch einen Tag zuvor war noch gescheitert, weil es bei der Übertragung der Kommandos Probleme gab und sich deshalb das Kommunikationsfenster kurz vor dem Abschluss der Kommandosequenz geschlossen hatte. Die Korrektur der Eigenrotation ist eine Vorbereitung und gleichzeitig ein abschließender Praxistest für das eigentliche Kurskorrekturmanöver ("Trajectory Correction Burn"), bei dem eine lange Zündung den Satellit auf eine Erdumlaufbahn bringen soll, wo er weiter benutzt oder geborgen werden könnte. "Das letzte Manöver [mit der Nummer] 110 fand am 2. Februar 1987 statt", schrieben die Initiatoren des Projekts auf Twitter, "einige der Teammitglieder waren noch nicht einmal geboren, als die Triebwerke das letzte Mal liefen."

Die Kommunikation mit der Sonde gestaltete sich schwierig, weil die NASA die Vorrichtungen zur Steuerung und Kontrolle zehn Jahre zuvor abgebaut und verschrottet hatte. Dem Team aus Forschern und Programmierern gelang es aber in Zusammenarbeit mit der NASA, die Hardware zu emulieren und die Kontrolle über den Satelliten zu übernehmen. Für die Kommunikation nutzen sie derzeit das Radioteleskop in Arecibo. 11 der 12 aktiven Experimente an Bord arbeiten noch, die Triebwerke funktionieren und haben noch genügend Treibstoff für eine Geschwindigkeitsänderung von 150 m/s. Nun analysiert das Team zunächst einmal die Telemetriedaten. Frühestens kommende Woche soll das abschließende Manöver stattfinden. (uma)

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