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IT-Beauftragter der Bundesregierung tritt Dienst an

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Wie das Bundesinnenministerium in einer Pressemeldung bekannt gibt, tritt der Staatssekretär Hans Bernhard Beus zum 1. Januar 2008 seinen Dienst als Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik an. Seine Rolle als "Bundes-CIO" war auf dem deutschen IT-Gipfel im Dezember konkretisiert worden, steht aber unter kritischer Beobachtung durch den IT-Branchenverband Bitkom.

Staatssekretär Beus löst den Staatssekretär Johann Hahlen ab, der zum Ablauf des Jahres 2007 in den Ruhestand geht. Hahlen war seit 1988 im Bundesinnenministerium tätig, unter anderem als Bundeswahlleiter (1995 bis 2006) sowie als Präsident des Statistischen Bundesamtes. Zu seinen vielfältigen Aufgaben gehörte auch die Leitung des IT-Stabs der Bundesregierung.

Im IT-Bereich durchlief sein Amtsnachfolger Beus eine klassische Beamten-Karriere. Als Abteilungsleiter der Zentralabteilung im Bundespräsidialamt hatte Beus den Aufbau des Intranets des Bundes geleitet, das 2006 den "Informationsverbund Berlin-Bonn" ablöste. Außerdem leitete Beus die Runde der Staatssekretäre, der Initiative Deutschland Online, die eine einheitliche IT-Strategie für das E-Government erarbeitet. Auch als "Koordinator der Bundesregierung für Bürokratieabbau" war Beus mit IT-Themen beschäftigt. Zuletzt arbeitete Beus im Kanzleramt als Vertreter von Staatsministerin Hildegard Müller.

Aus der Sicht der IT-Wirtschaft wird die Berufung von Beus zum "Bundes-CIO" nicht unbedingt positiv gesehen. Bemängelt wird vor allem, dass der promovierte Jurist niemals in der IT-Wirtschaft gearbeitet hat. Außerdem habe Beus nicht wirkliche Entscheidungsbefugnisse, wie sie einem CIO in der freien Wirtschaft zur Verfügung stehen. Michael Müller von der a&o Systems + Services (ehemals EDS Global Field Services) kritisierte die fehlenden Kompetenzen von Beus als Vertreter des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft in einer Pressemeldung so: "Dazu gehören ressortübergreifende Kompetenzen. Und diese können nur durch einen entsprechenden Kabinettsbeschluss auf den Weg gebracht werden, der ohne Schlupflöcher verpflichtend ist. So und nicht anders funktioniert Verwaltung. All dies weiß die Kanzlerin – der Bundes-CIO ist eine Lutschpastille." (Detlef Borchers) / (Detlef Borchers) / (pmz)

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