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IT-Beratung bei der Bundeswehr: Neuer Vorwurf wegen Betrugs

Eine Beraterfirma soll für ein IT-Projekt der Bundeswehr Stunden über unterschiedliche Behörden doppelt abgerechnet und dadurch 25.000 Euro mehr kassiert haben.

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IT-Beratung bei der Bundeswehr: Neuer Vorwurf wegen Betrugs

(Bild: pixabay.com)

Zu den Fällen von fragwürdiger Beratungsdienstleistungen bei der Bundeswehr ist ein neuer Fall hinzugekommen: Ein Manager der Consulting-Firma Accenture soll im Jahr 2017 Beratungsstunden für IT-Projekte doppelt abgerechnet haben, berichtet Bild am Sonntag. Wenige Tage vor der ersten regulären Sitzung des Bundestags-Untersuchungsausschusses wegen der Berateraffäre bei der Bundeswehr weiten sich damit die Vorwürfe gegen Accenture aus.

Die doppelte Abrechnung fiel zunächst nicht auf, weil unterschiedliche Behörden bei den betreffenden Rahmenverträgen involviert waren, schreibt tagesschau.de. Accenture soll demnach über die falschen Rechnungen mindestens 25.000 Euro mehr eingenommen haben. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums soll gegenüber BamS bestätigt haben, dass bei internen Prüfungen "Auffälligkeiten bei der Abrechnung von Projekten" bemerkt wurden. "Diese werden aktuell im Hinblick auf Inhalt und Umfang untersucht. Im Falle der Bestätigung werden wir entschieden handeln." Accenture wollte nach einer Anfrage der Zeitung zu den Vorwürfen keine Stellung beziehen.

Der Untersuchungsausschuss (hervorgegangen aus dem Verteidigungsausschuss des Bundestages) will der Frage nachgehen, wie es zu den Unregelmäßigkeiten beim Vergeben von Consulting-Aufträgen im Verteidigungsministerium gekommen ist. Im vergangenen September war etwa bekannt geworden, dass für Beratungsdienstleistungen im Rahmen eines IT-Projekts 8 Millionen Euro ausgegeben wurden, die laut Bundesrechnungshof unrechtmäßig aus Etats des Bundes entnommen worden waren.

Ende 2018 bemängelte der Bundesrechnungshof zudem die IT-Sicherheit bei einem für den IT-Betrieb der Bundeswehr zuständigen Bundesamt. Die schwerwiegenden Mankos würden den Betrieb der Bundeswehr an einer wichtigen Schaltstelle massiv gefährden. Einem anderen IT-Dienstleister der Bundeswehr für die Betreuung nicht-militärischer IT hat der Bundesrechnungshof Misswirtschaft vorgeworfen.

Die "unkontrollierten" Beratungsdienstleistungen "ins Blaue hinein" waren auch im Dezember 2017 Gegenstand der Kritik der Finanzprüfer – damals monierten sie dreistellige Millionenbeträge für zwei IT-Großprojekte beim Bundesinnenministerium.

(tiw)

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