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Technology Review

IT-Blase: Risikokapitalgeber prophezeit "heftige Korrektur"

Die Bewertungen von IT- und Hightech-Unternehmen sind eine Blase. Davon jedenfalls ist Bill Gurley überzeugt, Partner bei der Wagniskapitalfirma Benchmark, bekannt für frühe Investitionen in Uber oder Zillow.

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Risikokapitalgeber prophezeit "heftige Korrektur"

(Bild: Chris Potter / Flickr / cc-by-2.0)

144 Einhörner gibt es nach Auskunft von CBS Insights derzeit weltweit, also Start-ups mit einer Bewertung von einer Milliarde Dollar und mehr. Allen die Mobilitätsplattform Uber soll einen Unternehmenswert von 51 Milliarden Dollar besitzen, der Zimmeranbieter Airbnb von 25 Milliarden. Im Interview "Anzeichen, dass der Wind dreht", das in der neuen Ausgabe von Technology Review zu lesen ist (ab sofort im Handel oder online bestellbar), warnt Wagniskapitalgeber Bill Gurley von Benchmark nun vor einer Blase. Sie werde platzen und zu einer Krise führen. "In jüngster Zeit gibt es einige Anzeichen dafür, dass der Wind sich dreht", meint der Experte.

Als Hinweis führt er an, dass der Aktienmarkt in diesem Jahr dramatisch verloren hat. Bei den meisten Unternehmen im IT- und Hightech-Bereich werden zudem die Bewertungen, gemessen am Vielfachen ihres Umsatzes, geringer. Das spüren auch die Geldgeber. "Wagniskapitalfirmen, die normalerweise alle Deals für sich selbst behalten würden, beginnen damit, Geld bei anderen Leuten einzuwerben, um neue Finanzierungsrunden voll zu bekommen." Gurley sieht deshalb auf viele dieser Start-ups eine schmerzliche Landung zukommen. "Wenn diese Märkte korrigieren, dann korrigieren sie heftig. Im Silicon Valley gibt es keine sanfte Landung."

Viele der jungen Firmen seien allerdings nicht auf diese Korrektur vorbereitet: "Egal bei welchem von diesen Einhorn-Start-ups man vorbeischaut: In ihren Vorständen findet jeder, dass es völlig in Ordnung ist, haufenweise Geld zu verbrennen." Seiner Meinung nach gibt es "kein einziges Einhorn, wo man darüber nachdenkt, was es bedeuten würde, wenn die eigene Marktkapitalisierung um 94 Prozent fallen würde".

Einen der Gründe sieht Gurley darin, dass in einer Zeit des einfachen Geldes unternehmerische Qualitäten zu wenig zählen: "Auf einem Markt, auf dem so viel Kapital verfügbar ist, sind herausragende Entrepreneure relativ gesehen benachteiligt. Wenn Kapital schwierig zu bekommen ist, können sie immer noch Geld aufnehmen. Im aktuellen Umfeld können sie sogar haufenweise Kapital aufnehmen, aber das gilt auch für viele weniger fähige Konkurrenten, die ansonsten gar nicht im Geschäft wären."

Das vollständige Interview mit Bill Gurley lesen Sie bei Technology Review online und in der neuen Ausgabe (ab sofort im Handel erhältlich oder online bestellbar). (jle)

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