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IT-Branche im Börsenfieber

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Das Börsenfieber in der Tech-Branche steigt. Zum Wochenende kündigte der Chip-Spezialist Freescale eine bis zu 1,15 Milliarden Dollar schwere Aktienplatzierung an. Auch der Internet-Musikanbieter Pandora will an die Börse . Die Startup-Firma, die vor einigen Jahren noch ums Überleben kämpfte, will mit etwa 100 Millionen Dollar allerdings deutlich weniger einnehmen.

Freescale hat eine lange Geschichte. Das Halbleiterunternehmen gehörte einst zu Motorola, bis es 2004 abgespalten wurde. 2006 ging der Anbieter von Chips für Autobranche, Industrie, Kommunikationstechnik und Verbraucherelektronik an Finanzinvestoren. Sie bürdeten Freescale – wie bei solchen Deals oft üblich – den Großteil des Kaufpreises von 17,6 Milliarden Dollar als Schulden auf. Für zusätzliche Probleme sorgten die Flaute beim wichtigen Kunden Motorola und schlechtere Geschäfte in der Wirtschaftskrise. Zuletzt vermeldete Freescale aber wieder steigende Umsätze. Mit den Milliarden-Einnahmen des Börsengangs soll der Schuldenstand gesenkt werden.

Der Internet-Musikdienst Pandora will hingegen das Geld aus dem Aktienverkauf in Wachstum investieren. Zuletzt hatte Pandora nach eigenen Angaben 80 Millionen registrierte Nutzer – doppelt so viele wie vor einem Jahr. Jede Sekunde komme ein neuer Kunde dazu, hieß es. Die Firma steht kurz vor der Gewinnzone. Von Februar bis Oktober 2010 fielen bei einem Umsatz von gut 90 Millionen Dollar (66 Mio Euro) noch 328 000 Dollar Verlust an. Ein Jahr zuvor war das Minus mit 18,6 Millionen Dollar ungleich höher.

Wegen eines Gebührenstreits mit der Musikindustrie stand Pandora 2007 zeitweise kurz vor dem Aus. Vor allem mit einer App für das iPhone kam die kalifornische Firma aber groß ins Geschäft und hält heute laut Marktforschern etwa die Hälfte des Marktes für Internet-Radio in den USA. Aus Lizenzgründen kann man Pandora bisher nur in den Vereinigten Staaten hören. Mit den Einnahmen aus dem Börsengang könnte Pandora auch andere Länder ins Visier nehmen sowie versuchen, auf Autoradios vorzustoßen. Die Lizenzzahlungen an die Musikbranche lasten allerdings weiter schwer auf dem Unternehmen: In den vergangenen neun Monaten verschlangen sie mit 45,4 Millionen Dollar rund die Hälfte der Umsätze.

In der IT-Branche wächst derzeit der Appetit auf Börsengänge. Ende Januar kündigte das Geschäftskontakte-Netzwerk LinkedIn eine 175 Millionen Dollar schwere Aktienplatzierung an. Auch die Schnäppchen-Website Groupon, die zuletzt mit 15 Milliarden Dollar bewertet wurde, soll einen Börsengang durchspielen. Gespannt warten Investoren aber vor allem auf Frühjahr 2012: Dann könnte das weltgrößte Online-Netzwerk Facebook an die Börse gehen. Facebook wurde zuletzt in einer Finanzierungsrunde mit beeindruckenden 50 Milliarden Dollar bewertet. Inzwischen peilt Facebook laut einem Bericht des Technologie-Blogs «All Things Digital» bereits eine Bewertung von 60 Milliarden Dollar an.

Ganz ohne Börsengang wechselte am Wochenende der Anbieter des Twitter-Programms TweetDeck den Besitzer – für 30 Millionen Dollar. Käufer ist die Firma Ubermedia, die sich auf Twitter-Software spezialisiert, mit denen der Kurznachrichtendienst bequemer genutzt werden kann als über die Website. Ein Problem für das Geschäft ist, dass Twitter selbst eigene Software vor allem für mobile Geräte kostenlos vertreibt. (vza)