Menü
Cebit

IT-Branche zum Messeauftakt zuversichtlich

vorlesen Drucken Kommentare lesen 6 Beiträge

Die deutsche IT-Branche rechnet weiter mit einem "soliden Wachstum" von etwa 2 Prozent. Damit wächst die Branche in Deutschland etwas stärker als der EU-Schnitt, bleibt aber hinter dem Boom in den USA zurück. Für das laufende Jahr erwartet die Industrie, dass der Umsatz mit Informationstechnik, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik im Vergleich zu 2010 um 2 Prozent auf insgesamt 145,5 Milliarden Euro steigt. "Ich würde mich aber nicht wundern, wenn wir da in diesem Jahr noch eine positive Überraschung erleben, sagte der Präsident des Branchenverbands Bitkom, August-Wilhelm Scheer, am Montag, einen Tag vor Beginn der Fachmesse CeBIT in Hannover. Der Bitkom hatte zur CeBIT 2010 eine "schwarze Null" prognostiziert, der Markt wuchs ungeachtet dessen um 2 Prozent.

Das Wachstum wird den Berechnungen des Bitkom zufolge auch 2012 anhalten, der Markt soll dann erneut um 2 Prozent auf 148 Milliarden Euro zulegen. "Die gute Wirtschaftslage und viele Innovationen beflügeln die Nachfrage im Hightech-Sektor", sagte Scheer. Mit dem Wachstum sei ein "kräftiger Beschäftigungseffekt" verbunden, der Bitkom rechnet mit 10.000 neuen Stellen in der Branche. Der Verband nutzte den Messeauftakt, um einmal mehr auf den Fachkräftemangel der Branche zu verweisen, und erneuerte seine Forderung nach Bewegung in der Bildungs- und Zuwanderungspolitik.

Selbstbewusst verteidigte Scheer die CeBIT als die immer noch größte IT-Messe der Welt. "Wie viele Leute kommen denn nach Barcelona und Las Vegas?", fragte der Bitkom-Chef unter Verweis auf die branchenrelevanten Messen Mobile World Congress (MWC) und Consumer Electronics Show (CES). Die CES in Las Vegas zählte in diesem Januar rund 140.000 Besucher, in Barcelona kamen in diesem Jahr 60.000 Besucher zum MWC. "Wir haben hier über 300.000", sagte Scheer.

Die Erwartungen für die Märkte für Telekommunikation (TK), Informationstechnik (IT) und Unterhaltungselektronik (CE)

(Bild: Bitkom)

Für den Bereich Informationstechnik erwartet der Verband in diesem Jahr ein Wachstum von 4,3 Prozent auf knapp 69 Milliarden Euro. Dabei werde der Umsatz mit Hardware am stärksten wachsen (plus 5,6 Prozent), gefolgt von Software (plus 4,5 Prozent) und Dienstleistungen (plus 3,5 Prozent). Während der Verband bei der Hardware trotz des Booms bei Tablets für 2012 eine Trendwende erwartet, sollen die beiden anderen Bereiche beim Wachstum weiter zulegen können. Einen deutlichen Wachstumstrend macht der Verband beim Cloud Computing aus, einem Schwerpunktthema der Messe. Bis 2015 sollen den Berechnungen zufolge 10 Prozent der in Deutschland getätigten IT-Ausgaben auf Cloud-Dienste entfallen.

Nur noch geringfügig wächst voraussichtlich der Bereich der Telekommunikation. Den Gesamtmarkt 2011 schätzt der Verband auf 64,3 Milliarden Euro (plus 0,3 Prozent), 7,4 Milliarden Euro werde die Branche dabei mit mobilen Datendiensten umsetzen. Das zweistellige Wachstum bei mobilen Datendiensten schwächt sich allerdings von 18,2 Prozent im Vorjahr auf 14 Prozent ab, der Schwund bei Sprachdiensten in Fest- und Mobilfunknetzen kann gerade noch kompensiert werden. In den Mobilfunknetzen nehmen die Datenmengen weiter zu, für das vergangene Jahr beziffert der Verband das Datenvolumen in deutschen Mobilfunknetzen auf 70 Millionen GByte (2009: 34 Millionen), Tendenz stark steigend.

Bei der Unterhaltungselektronik erwartet der Bitkom einen Rückgang des Jahresumsatzes um 1,7 Prozent auf 12,5 Milliarden Euro. Nach einem dank der Fußball-Weltmeisterschaft starken TV-Geschäft im vergangenen Jahr werde sich der Umsatz mit Fernsehgeräten bei 6,5 Milliarden Euro einpendeln, teilt der Verband mit. Einen Wachstumsbereich macht der Bitkom bei Blu-ray-Playern und Settop-Boxen aus. (vbr)