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ITU vertagt Entscheidung über Schaltsekunde auf 2023 – GMT bleibt erhalten

Großbritannien darf seine Greenwich Mean Time nicht nur behalten, sie bleibt maßgeblich für die Weltzeit. Darauf haben sich jetzt die ITU-Mitgliedsländer geeinigt. Über die Schaltsekunde soll erst in acht Jahren entschieden werden.

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ITU vertagt Entscheidung über Schaltsekunde auf 2023 – GMT bleibt erhalten

(Bild: dpa)

Noch mindestens bis 2023 bleibt der koordinierten Weltzeit UTC die Schaltsekunde erhalten. Schaltsekunden werden regelmäßig eingefügt, um astronomische und Atomzeit anzugleichen. Das jetzt die Internationale Fernmeldeunion in der laufenden Wellenkonferenz in Genf beschlossen.

Die Schaltsekunden sorgen für den Ausgleich zwischen der mittleren Sonnenzeit und der anhand von Atomuhren gemessenen. Weil die Erde eiert, hinkt sie den atomaren Taktgebern immer etwas hinterher. Am 30. Juni 2015 war zuletzt eine solche Schaltsekunde eingefügt worden.

Zur Wellenkonferenz in Genf hatte die USA, und viele europäische und asiatische Länder vorgeschlagen, die Schaltsekunde endlich abzuschaffen. Insbesondere für Computersysteme ist die Schaltsekunde kein ganz kleines Problem und sorgen beim Umschalten auch schon mal für Systemabstürze.

Manche Unternehmen wie Google basteln mittlerweile an eigenen Lösungen, wie sie das Schaltproblem lösen können: statt eines Sekundensatzes, verschmiert Google die Zeitbruchteile über einen 20 Stunden dauernden Zeitraum. Die Server würden um eine 14-millionstel Sekunde abgebremst, erklärt das Unternehmen.

Das alles könnte man sich sparen, hielten die Befürworter der Abschaffung entgegen. Doch wie schon zur Wellenkonferenz 2012 scheiterten sie insbesondere am Widerstand der Briten, die gerne ihre Greenwich Mean Time behalten wollen. Geeinigt haben sich die ITU-Mitgliedsstaaten in Genf, bis zur nächsten Wellenkonferenz 2023 "weitere Studien" unter Beteiligung des in Paris ansässigen International Bureau of Weights and Measures (BIPM) anzustellen, das für die Atomzeit verantwortlich zeichnet. (anw)