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ITler unter Stress: Burn-out programmiert

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Die Arbeitsbedingungen in der IT-Industrie galten lange Zeit als gut. Die physischen Belastungen sind im Vergleich zur traditionellen Industrie gering. Die Arbeit bietet vergleichsweise hohe Freiheitsgrade in der Umsetzung. Die überwiegend hochqualifizierten Beschäftigten treiben relativ viel Sport und ernähren sich gut. Diese positive Grundsituation wurde in den letzten Jahren jedoch mehr und mehr aufgezehrt. Umfrageergebnisse belegen, dass die Belastungssituation in der IT-Branche deutlich schlechter empfunden wird als in anderen Wirtschaftszweigen.

Fortschreitende Standardisierung von Produkten und Prozesse der Softwareentwicklung führen zu einem schleichenden Verlust des Expertenstatus. Darüber hinaus prägen zunehmende Leistungsverdichtung, die Paradoxien moderner Managementkonzepte, eine Veränderung der betrieblichen Sozialordnung und eine generelle Zunahme von Unsicherheiten den Arbeitsalltag. Zudem macht die permanente Verfügbarkeitserwartung (BlackBerry-Kultur) die Grenze zu Freizeit und Privatleben weithin durchlässig.

Mitarbeiter und Führung müssen sich gegenseitig sensibilisieren, um das gerade in der männlich geprägten IT-Hochleistungskultur tabuisierte Thema Belastung anzusprechen, sagt Dr. Erich Latniak, Arbeitswissenschaftler am Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen. Es müsse aber ebenso die Arbeitsgestaltung und -kultur verändert werden, um einen Belastungsausgleich zu schaffen. Überlastung sei in der IT-Branche realistischerweise kaum vollständig zu unterbinden. Allerdings müssten im Anschluss Erholungsphasen ermöglicht werden. Weitergehende Fakten und Zahlen stehen in der aktuellen iX-Ausgabe 10/2010. (wm)

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