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Ideengeber fürs modulare Smartphone kritisiert Google

Das hatte sich Dave Hakkens anders vorgestellt: Der Ideengeber fürs modulare Smartphone findet, dass Google Project Ara in eine falsche Richtung läuft. Anstatt modularer Bauweise gäbe es nur modulare Erweiterungen.

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Ideengeber fürs modulare Smartphone kritisiert Google

Das Konzept sollte Smartphones auf die nächste Evolutionsstufe heben: Vor drei Jahren beschrieb Dave Hakkens seine Vision von einem modular aufgebauten Smartphone und Google griff die Idee auf für das real existierende Project Ara. Was heute vom Konzept übrig ist, enttäuscht allerdings den Urheber. Wie der Designer in seinem Blog schreibt, sei aus dem von Grund auf modularen Aufbau seines Konzepts nun ein konservativ aufgebautes Smartphone mit zusätzlichen modularen Erweiterungen geworden. Anstatt sich darauf zu fokussieren, das Telefon der Zukunft zu entwerfen, habe Google nun ein Telefon entworfen, das sich verkauft. Als einer einflussreichsten Konzerne der Welt hätte es Google besser machen können, beklagt Hakkens.

Im aktuellen Entwirf von Google sitzen alle grundlegenden Smartphone-Bauteile wie CPU, Display, Antennen, Sensoren und Batterien fest eingebaut im Hauptrahmen. Auf die Rückseite kann man lediglich Module mit Kameras oder beispielsweise Lautsprechern stecken. Hakkens ursprünglicher Entwurf zielte vor allem darauf ab, dass man sein Smartphone nicht alle zwei Jahre austauschen muss, weil die Performance nicht mehr stimmt oder das Display gesprungen ist. Stattdessen sollte man in diesen Fällen nur die einzelnen Bauteile neu kaufen müssen.

Ursprünglich sollte Google Project Ara vor allem auf offenen Standards basieren und so für möglichst viele Modulentwickler offen sein. Mittlerweile laufe aber das gesamte Projekt unter Googles Fittichen. Der Konzern bestimmt die Regeln und könnte jederzeit das Design oder die Steckverbindungen der Module ändern und somit systematisch bestimmte Module unbrauchbar machen.

Eigentlich wollte Google das modulare Smartphone bereits 2015 anbieten, auf der Entwicklerkonferenz Google I/O verschob der Konzern den Termin aber auf 2017. Entwickler sollen ab Herbst 2016 die ersten Geräte bekommen. Außerdem hat das aktuelle Konzept – wie von Hakkens beschrieben – nur noch wenig mit der Ursprungsidee zu tun. Die damals von Umweltverbänden gelobte Vision, dass die Nutzer nicht mehr alle paar Jahre ihr komplettes Handy entsorgen, ist offensichtlich vom Tisch. (hcz)

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