Ikea: Kein Online-Verkauf über Amazon

Der Chef der niederländischen Inter Ikea Holding hatte den Verkauf von Ikea-Möbeln über Amazon angedacht. Jetzt gibt es eine klare Absage.

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(Bild: Ikea)

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Das schwedische Möbelhaus Ikea will seine Möbel nicht über den Online-Versender Amazon anbieten. Wie der Vorstands-Chef von Ikea, Jesper Brodin, in einem Interview der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) am Montag sagte, sei Ikea in Deutschland sehr gut positioniert. "Wir brauchen also keine Hilfe, um sichtbar zu sein." Stattdessen setzt das Einrichtungshaus auf den eigenen Online-Shop, um die Kundenbindung zu stärken. "Wir wollen eine langfristige Beziehung mit unseren Kunden haben und das über unsere eigene Plattform", sagte Brodin. Außerdem sei es nicht besonders klug, auf einem Online-Marktplatz wie Amazon zu verkaufen, weil dann zwangsläufig die Preise erhöht werden müssten.

Schon Ikea-Gründer Ingvar Kamprad sah den Online-Verkauf von Möbeln über das Internet skeptisch. Er befürchtete, dass die Preise anziehen müssten, um sie online zu verkaufen, was dazu führte, dass Ikea erst spät in den Online-Handel einstieg.

In Zukunft will Ikea den Online-Handel über seine eigene Plattform deutlich ausbauen. Derzeit liegt der Anteil des Online-Handels im deutschen Markt bei 7,5 Prozent, aber "er wächst", sagte Brodin. Die Möbelhäuser sollen von den Online-Ambitionen aber nicht betroffen sein. Sie sollen weiterhin bestehen bleiben und sogar ausgebaut werden. Für Innenstädte sind beispielsweise kleinere Filialen geplant.

Derzeit steckt Ikea mitten in einem umfassenden Konzernumbau. Das Unternehmen testet außerdem Leasing-Modelle für Möbel. Erste Untersuchungen und Tests hätte es bereits gegeben, hieß es. Als Kunden habe man kleinere Unternehmen und beispielsweise Studenten als Zielgruppen ausgemacht. 2020 will Ikea die Tests auf 30 Länder ausweiten, darunter auch Deutschland. Nach dem Leasing sollen die Möbel zurückgenommen, aufgearbeitet und erneut verkauft werden. Das Ziel von Ikea sei es, dadurch die Möbelnutzung umweltfreundlicher zu gestalten.

Der Chef der niederländischen Holdinggesellschaft Inter Ikea, Torbjörn Lööf, hatte in einem Interview im Februar den Verkauf von Produkten bei Onlinehändlern wie Amazon oder dem chinesischen Unternehmen Alibaba als hypothetische Überlegung ins Spiel gebracht. (mit Material der dpa) / (olb)